Urlaub und Karenzzeiten in Österreich: Was Sie wissen sollten

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Wenn Sie nach Österreich ziehen, fragen Sie sich vielleicht, wie der Jahresurlaub in Wien und darüber hinaus funktioniert. Die Arbeitgeber in Österreich sind sehr großzügig, wenn es um bezahlten Urlaub geht, egal ob Sie sich um kranke Familienmitglieder kümmern oder einfach nur Urlaub machen wollen. Lesen Sie weiter, um alles über den Jahresurlaub in Österreich zu erfahren und wie viele Arbeitstage Sie pro Jahr frei nehmen können.

Der Urlaubsanspruch eines österreichischen Arbeitnehmers beträgt bis zu fünf Wochen bezahlter Urlaub pro Jahr. Rechnet man die Samstage als Arbeitstage mit ein, so können österreichische Vollzeitbeschäftigte bis zu 30 Kalendertage Urlaub nehmen. Arbeitnehmer, die mehr als 25 Jahre im Betrieb sind, können bis zu sechs Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr nehmen. 

Unabhängig davon, ob Sie teilzeit- oder vollzeitbeschäftigt sind, richtet sich Ihr Urlaubsanspruch nach der Anzahl Ihrer Arbeitstage pro Woche. Ihr Arbeitsjahr beginnt mit Ihrem ersten Arbeitstag und nicht mit dem Beginn eines Kalenderjahres.

Wenn Sie zum ersten Mal in Österreich arbeiten, ist Ihr Urlaub in den ersten sechs Monaten ein einfacher Anteil an Ihrer Gesamtarbeitszeit. Danach haben Sie den vollen Anspruch auf Urlaub. Im zweiten Arbeitsjahr erhalten Sie sofort den vollen Urlaub, auf den Sie Anspruch haben. 

Nur weil österreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch auf mehrere Wochen Urlaub haben, heißt das nicht, dass Sie nach Belieben in Urlaub fahren können. Das durchschnittliche Arbeitsverhältnis geht davon aus, dass Sie Ihre möglichen Urlaubstermine rechtzeitig mit Ihrem Arbeitgeber besprechen. Auf diese Weise kann er sich auf Ihre Abwesenheit von der Arbeit vorbereiten - und sie genehmigen. In der Regel sollten Sie Ihren Vorgesetzten mindestens ein paar Wochen (je mehr, desto besser) vor Ihrem Urlaub benachrichtigen. 

Österreichischer Urlaub versus Krankenstand

Nehmen wir an, Sie nehmen Ihren Urlaub und werden krank, anstatt verreisen zu können. Wenn Sie länger als drei Tage krank sind, werden Ihre Krankheitstage nicht auf Ihren Urlaub angerechnet. Sie müssen sich jedoch unverzüglich mit einem ärztlichen Attest bei Ihrem Arbeitgeber krankmelden, um Ihren Urlaub in einen Krankenstand umzuwandeln. 

Was sind die gesetzlichen Feiertage in Österreich?

In jedem Kalenderjahr gibt es in Österreich 13 gesetzliche Feiertage. Im Folgenden finden Sie eine Liste der Daten, damit Sie einen Überblick darüber bekommen, welche Tage Sie frei haben werden, wenn Sie hierher ziehen. 

Neujahr: 1. Januar 
Dreikönigstag: 6. Januar 
Ostermontag: Normalerweise entweder im März oder April
Tag der Arbeit: 1. Mai 
Himmelfahrtstag: 39 Tage nach Ostern, in der Regel im Mai oder Juni 
Pfingstmontag: 50 Tage nach Ostern 
Fronleichnam: 60 Tage nach Ostern
Mariä Himmelfahrt: 15. August 
Österreichischer Nationalfeiertag: 26. Oktober 
Allerheiligen: 1. November 
Fest der Unbefleckten Empfängnis: 8. Dezember 
Weihnachtstag: 25. Dezember
Stephansfest: 26. Dezember 

Lesen Sie hier mehr über alle wichtigen österreichischen Feiertage und Traditionen.

Wird der Urlaub bezahlt?

Während des Urlaubs haben Sie Anspruch auf dasselbe Gehalt, als wenn Sie tagsüber arbeiten würden. Sie können auch eine pauschale Überstundenvergütung erhalten, wenn Sie Ihren Urlaub nehmen. 

Was ist Sonderurlaub?

Von Sonderurlaub spricht man, wenn ein Arbeitnehmer aufgrund eines bestimmten Umstandes Urlaub nimmt. Lesen Sie weiter, um die verschiedenen Arten des österreichischen Sonderurlaubs kennenzulernen. 

Krankheit

Wenn Sie in Österreich einen Unfall haben oder längere Zeit krank sind, erhalten Sie einen finanziellen Ausgleich. Die Höhe des Krankengeldes hängt von Ihrem Rang in Ihrem Unternehmen ab. Wenn Ihr Arbeitgeber die Zahlung einstellt, übernimmt Ihre Krankenkasse diese Aufgabe. Die Höhe des Entgelts richtet sich nach dem Verdienst, den Sie im Monat vor Ihrem Krankenstand erzielt haben. Um die Zahlung zu erhalten, müssen Sie Ihren Arbeitgeber informieren, sobald Sie krank werden. 

Väterkarenz/Papamonat

In Österreich können Väter nach der Geburt ihres Kindes einen Monat lang unbezahlten Vaterschaftsurlaub nehmen. Um den Urlaub zu erhalten, müssen die Väter ihn jedoch unmittelbar nach der Geburt des Kindes nehmen, während die Mutter noch im Mutterschaftsurlaub ist. Dieser Rechtsanspruch steht nur Vätern zu, die im selben Haushalt wie das Kind leben. 

Werdende Väter müssen ihre Absicht, Vaterschaftsurlaub zu nehmen, mindestens drei Monate im Voraus ankündigen. Auf diese Weise hat der Vorgesetzte genügend Zeit, die Abwesenheit des Mitarbeiters zu planen. Der Vaterschaftsurlaub kann am ersten Tag nach der Geburt des Kindes beginnen. 

Mutterschutz

Die österreichischen Mutterschaftsleistungen sind für berufstätige Frauen, die Mutter werden wollen, recht großzügig. Nach den österreichischen Mutterschutzgesetzen ist eine werdende Mutter verpflichtet, 16 Wochen von der Arbeit fernzubleiben. Dieser Urlaub beginnt acht Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin der Mutter und dauert acht Wochen nach der Entbindung an. Der 16-wöchige Urlaub, der auch als Schutzfrist bezeichnet wird, kann mit ärztlicher Genehmigung verlängert werden. Eine Verlängerung kann bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten oder Kaiserschnitten erforderlich sein.

Wenn Sie in Österreich eine werdende Mutter sind, kann in Ihrem Arbeitsvertrag festgelegt sein, dass Ihr Arbeitgeber Sie während der Schutzfrist nicht bezahlen muss. Sie erhalten jedoch wöchentlich Mutterschaftsgeld von Ihrer Krankenkasse. 

Sie müssen Ihren Arbeitgeber 12 Wochen vor Ihrem Geburtstermin über Ihre Absicht informieren, Mutterschaftsurlaub zu nehmen. Wenn Sie selbständig sind, wird Ihr Versicherer eine einkommensabhängige Schutzfrist für Sie vereinbaren. 

Nach Ablauf des viermonatigen Mutterschaftsurlaubs tritt der großzügigste Teil des österreichischen Elternurlaubsgesetzes in Kraft. Die Eltern können entweder wieder arbeiten gehen oder sich für einen langfristigen Elternurlaub entscheiden und Kinderbetreuungsgeld beziehen. Alleinerziehende können diesen bezahlten Urlaub bis zum zweiten Geburtstag des Kindes in Anspruch nehmen. Dieser Zeitraum kann um 20 % verlängert werden, wenn zwei Elternteile, die dasselbe Kind betreuen, ihn in Anspruch nehmen. 
Spätestens drei Monate vor Ablauf des gemeldeten Elternurlaubs können Sie Ihrem Arbeitgeber mitteilen, dass Sie Ihren Urlaub entsprechend verlängern möchten. 

Bildungskarenz

Wenn Sie mindestens sechs Monate lang für denselben Arbeitgeber gearbeitet haben, können Sie unter Umständen Bildungskarenz vereinbaren. Sie können zwischen zwei Monaten und einem Jahr Urlaub nehmen. Wenn Sie Ihre Freistellung nicht auf einmal, sondern in mehreren Abschnitten nehmen, muss jeder Abschnitt mindestens zwei Monate umfassen. 

Ihr Arbeitgeber zahlt Ihnen während Ihrer Bildungskarenz kein Gehalt. Das Arbeitsmarktservice (AMS) zahlt Ihnen jedoch einen Betrag in Höhe des Arbeitslosengeldes, auf das Sie Anspruch hätten. Um diese Leistung zu erhalten, ist eine Weiterbildungsmaßnahme von mindestens 20 Stunden pro Woche erforderlich. 

Wissenswertes über das Leben in Österreich

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