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© Daniel Waschnig Photography / Westend61
Aufenthalt & Beschäftigung

Aufenthaltstitel für Selbstständige

Sie planen Ihre Einwanderung nach Österreich als Selbstständige:r und möchten dauerhaft in Österreich leben und arbeiten? Hier finden Sie weitere Informationen.

Ihnen stehen grundsätzlich zwei Aufenthaltstitel zur Verfügung: die Rot-Weiß-Rot – Karte für Selbstständige Schlüsselkräfte oder die Rot-Weiß-Rot – Karte für Start-Up-GründerInnen. Sie möchten zwar länger als 6 Monate in Österreich selbstständig arbeiten, aber nicht dauerhaft in Österreich bleiben? Dann können Sie unter bestimmten Umständen eine Aufenthaltsbewilligung Selbstständige erhalten. Selbstständig ist eine Person in der Regel, wenn sie maßgebliche Anteile an dem Unternehmen hat und unternehmensstrategische Entscheidungen trifft.

Wenn Sie vorerst unselbstständig tätig sein wollen und erst in Zukunft den Schritt in die Selbstständigkeit überlegen, ist das auch eine attraktive Option. Sie können nämlich, wenn Sie im Besitz einer Rot-Weiß-Rot – Karte sind, nach 2 Jahren in der Regel auf eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus umsteigen. Die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus ermöglicht Ihnen dann auch die Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit.

Zudem ist es Inhaber:innen einer in Österreich gültigen Blauen Karte EU oder Rot-Weiß-Rot  Karte erlaubt, neben ihrer unselbstständigen Tätigkeit zusätzlich, jedoch im untergeordneten Ausmaß, einer selbstständigen Tätigkeit nachzugehen.

Rot-Weiß-Rot – Karte für
Selbstständige Schlüsselkräfte

Die Rot-Weiß-Rot – Karte für Selbstständige Schlüsselkräfte ist für Drittstaatsangehörige gedacht, die ein Unternehmen gründen wollen, das für die österreichische Wirtschaft einen großen Mehrwert bzw. Impuls bringen wird oder deren Einstieg in ein bestehendes Unternehmen diesen herausragenden positiven Effekt für die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs hat („gesamtwirtschaftlicher Nutzen“).

Voraussetzungen

Das zeigt sich an den Voraussetzungen, die im Zusammenhang mit Ihrem Einstieg in das Unternehmen erfüllt werden müssen. Es muss nämlich entweder

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    Der Transfer der finanziellen Mittel aus dem Ausland muss entweder schon erfolgt sein oder in Aussicht stehen. Sie müssen dafür einen Nachweis vorlegen, in dem Sie nachweisen, dass sie über die finanziellen Mittel konkret und jederzeit verfügen können. Es muss ein direkter Transfer von Kapital aus dem Ausland für den Zweck der Unternehmensgründung – und des Aufbaus gegeben sein. In der Praxis ist das z.B. auf einem Konto nachzuweisen und im Businessplan auszuführen, welche Anschaffungen mit dem Investitionskapital getätigt werden sollen. Eine Erklärung reicht zum Nachweis des Transfers nicht aus. Auch die Einzahlung von Stammkapital allein ist kein Transfer von Investitionskapital. Das AMS (Arbeitsmarktservice) prüft alle diese Details genau.

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    Das bedeutet grundsätzlich, dass mehrere Vollzeitarbeitsplätze geschaffen werden müssen. Sie müssen dafür einen Nachweis vorlegen (z.B. durch entsprechende Ausführungen im Businessplan), den das AMS genau prüft.

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    In Ihrem Businessplan müssen Sie genau erklären, wie Sie durch Ihren Einstieg und Ihre Qualifikationen im Zusammenhang mit Ihrer Position Know-How in das Unternehmen einbringen. Die Qualifikation ist dabei z.B. durch Studienabschlüsse und/oder Berufserfahrung nachzuweisen.

  2. 04

    Das bedeutet, dass Sie In Ihrem Businessplan erklären müssen, in welcher Hinsicht Ihr zu gründendes Unternehmen oder Ihr Einstieg in ein bestehendes Unternehmen eine herausragende Bedeutung für die gesamte Region hat.

Ablauf des Verfahrens

Den Antrag auf eine Rot-Weiß-Rot-Karte für selbstständige Schlüsselkräfte stellen Sie

  • wenn Sie nicht visafrei einreisen dürfen, bei der österreichischen Vertretungsbehörde in Ihrem Wohnland (Botschaft oder Konsulat).
  • wenn Sie visafrei einreisen dürfen, persönlich bei der Aufenthaltsbehörde in Österreich.

Bei der Antragstellung müssen Sie jedenfalls folgende Dokumente vorlegen:

  • Antragsformular
  • Reisepass
  • Passfoto nach EU-Kriterien (nicht älter als 6 Monate)
  • Persönliche Dokumente:
    • Aktuelle Strafregisterbescheinigung (nicht älter als drei Monate)
  • Nachweis über eine Krankenversicherung, die alle Risiken abdeckt (Pflichtversicherung oder eine entsprechende Versicherungspolizze)
  • Nachweis des gesicherten Lebensunterhalts (Lohnzettel, Lohnbestätigungen, Bestätigungen über Versicherungsleistungen, Nachweis über Pensions-, Renten oder sonstige Versicherungsleistungen, Investitionskapital oder eigenes Vermögen in ausreichender Höhe, Nachweis über Unterkunftskosten)
  • Arbeits- bzw. unternehmensrelevante Dokumente:
    • Unterlagen zur Durchführung einer Markt-, Konkurrenz- und Standortanalyse: Beschreibung und Ziele der beabsichtigten unternehmerischen Tätigkeit ("Businessplan")
    • Nachweis des Transfers von Investitionskapital oder der beabsichtigten Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen
    • Nachweis der für die selbständige Tätigkeit erforderlichen Qualifikationen
    • Erforderlichenfalls Gesellschaftsverträge
    • Erforderlichenfalls (bereits vorhandene) Berechtigungen zur Gewerbeausübung
  • Gebühr: 160 Euro

Achtung

Bevor Sie den Antrag stellen, müssen Sie sich entschieden haben, wo Sie in Österreich leben möchten. Das ist wichtig, weil es in Österreich nicht nur eine Niederlassung der Aufenthaltsbehörde gibt, sondern viele. Welche dieser Niederlassungen für Sie zuständig ist, hängt von Ihrem zukünftigen Wohnort in Österreich ab. Wenn Sie sich einmal für einen Ort entschieden haben, ist eine Änderung kompliziert und nicht empfehlenswert. Bitte beachten Sie auch, dass Sie Ihren Hauptwohnsitz nach der Ankunft in Österreich und vor Abholung Ihres Aufenthaltstitels melden müssen. Das bedeutet, dass Sie bereits während Ihres Antragsverfahrens eine geeignete Unterkunft suchen müssen. 

Bitte beachten Sie:

  • Die Behörde kann gegebenenfalls noch weitere Urkunden verlangen.
  • Die Gültigkeit Ihrer Rot-Weiß-Rot – Karte hängt davon ab, wie lange Ihr Pass gültig ist. Wenn er mindestens zwei Jahre gültig sind, ist auch Ihre Rot-Weiß-Rot – Karte zwei Jahre lang gültig.
  • Je nachdem, in welchem Land Sie leben, müssen Sie eine oder mehrere Strafregisterbescheinigungen vorzeigen. Hier können Sie nachschauen, welche Strafregisterbescheinigungen Sie besorgen müssen.
  • Persönliche Dokumente müssen eine spezielle Verifizierung haben, damit sie anerkannt werden. Das hängt davon ab, in welchem Land die Dokumente ausgestellt wurden. Hier können Sie nachschauen, welche Art von Verifizierung nötig ist.
  • Wenn Ihre Dokumente nicht auf Deutsch oder Englisch sind, müssen sie in der Regel von einer gerichtlich beeideten Übersetzerin oder einem gerichtlich beeideten Übersetzer übersetzt werden.

Es kann sein, dass Sie mehr als 160 Euro Gebühr zahlen müssen, wenn Sie zusätzliche persönliche Dokumente vorzeigen müssen oder ein Visum D benötigen.

Die Aufenthaltsbehörde leitet den Antrag und die Unterlagen an das AMS weiter. Das AMS prüft in einem ersten Schritt, ob wirklich eine selbstständige Tätigkeit vorliegt („Vorprüfung“).

Der Businessplan muss alle Informationen enthalten, damit das AMS den gesamtwirtschaftlichen Nutzen prüfen kann:

  • Dieser Businessplan soll die unternehmerische Tätigkeit und deren Ziele beschreiben und ist damit die Grundlage einer Markt-, Konkurrenz- und Standortanalyse.
  • Im Businessplan müssen Sie die Betriebsgröße, die Anzahl der zu beschäftigenden Arbeitnehmerinnen/Arbeitnehmer, die Auslastungszahlen etc. so angeben, damit das AMS eine Prognose treffen kann, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.

Das AMS prüft auch, ob es im wirtschaftlichen Umfeld, in der die Geschäftsgründung geplant ist, eine angespannte Konkurrenzsituation gibt:

  • Wenn es viele Anbieter gibt, die im selben Bereich am Markt sind, müssen Sie beweisen, dass Ihr Konzept deutlich von dem Ihrer Konkurrenz abweicht. Wenn mehrere Anbieter in dem Bereich wirtschaftliche Schwierigkeiten haben (z.B. in Konkurs sind), wirkt sich das auch negativ auf die Entscheidung über den gesamtwirtschaftlichen Nutzen Ihres Unternehmens aus.

Als Ergebnis dieser Prüfung erstellt das AMS ein Gutachten, indem es Ihnen mitteilt, ob aus seiner Sicht ein „gesamtwirtschaftlicher Nutzen“ vorliegt. Dafür hat das AMS drei Wochen Zeit.

Wenn das Unternehmen und die Unternehmensgründerin/der Unternehmensgründer die Voraussetzungenerfüllen, gibt das AMS ein positives Gutachten ab und leitet es an die Aufenthaltsbehörde weiter.

  • Die Aufenthaltsbehörde prüft dann alle übrigen Voraussetzungen und bewilligt Ihre Rot-Weiß-Rot – Karte für Selbstständige Schlüsselkräfte.

Alle weiteren Schritte hängen nun davon ab, ob Sie visafrei nach Österreich einreisen dürfen oder nicht.

  1. 01

    Sobald Sie Ihre Bewilligung erhalten haben, können Sie nach Österreich kommen und bei der Aufenthaltsbehörde Ihre Fingerabdrücke abgeben. Außerdem müssen Sie Ihre persönlichen Dokumente (Pass, Geburtsurkunde, Strafregisterbescheinigung, etc.) im Original vorzeigen. Ihre Karte wird dann gedruckt. Sobald Sie sie bekommen, dürfen Sie anfangen zu arbeiten!

  1. 02

    Dann erhalten Sie nach der Bewilligung von der österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft/Konsulat) in dem Land, in dem Sie aktuell wohnen, eine Einladung. In dieser Einladung werden Sie dazu aufgefordert, innerhalb der nächsten drei Monate ein sogenanntes Visum D zu beantragen und innerhalb von sechs Monaten Ihre Rot-Weiß-Rot – Karte in Österreich abzuholen. Um dieses Visum D zu bekommen, brauchen Sie:

    - Antragsformular
    - Pass mit Kopie
    - Einladung der Vertretungsbehörde
    - Bewilligung der Aufenthaltsbehörde
    - Reisekrankenversicherung (mindestens € 30.000 Deckungssumme)
    - Flugreservierung

    In der Regel dauert es ca. zwei Wochen, bis Sie das Visum D in Ihren Pass gestempelt bekommen. Während dieser Bearbeitungszeit bleibt Ihr Pass bei der Botschaft bzw. beim Konsulat. Sobald Sie das Visum D haben, können Sie nach Österreich kommen und bei der Aufenthaltsbehörde Ihre Fingerabdrücke abgeben. Außerdem müssen Sie Ihre persönlichen Dokumente (Pass, Geburtsurkunde, Strafregisterbescheinigung, etc.) vorzeigen. Ihre Karte wird dann gedruckt. Sobald Sie sie bekommen, dürfen Sie zu arbeiten beginnen!

    Wenn das Unternehmen und die Unternehmensgründerin/der Unternehmensgründer die Voraussetzungen nicht erfüllen, gibt das AMS ein negatives Gutachten ab und leitet es an die Aufenthaltsbehörde weiter. Die Aufenthaltsbehörde wird Ihnen in diesem Fall die Gelegenheit zur Stellungnahme geben. Wenn die Aufenthaltsbehörde keine Rot-Weiß-Rot – Karte für Selbstständige Schlüsselkräfte ausstellt, erhalten Sie dann eine negative Entscheidung („Bescheid“) der Aufenthaltsbehörde, gegen den Sie eine Beschwerde erheben können.

Gültigkeit, Verlängerung und Familienzusammenführung

Die Rot-Weiß-Rot – Karte wird für maximal 24 Monate ausgestellt. Sie dürfen sich damit in Österreich für diese Zeit aufhalten und nur selbstständig erwerbstätig sein.

Sie dürfen währenddessen also nicht ohne Weiteres als Angestellte/Angestellter arbeiten. Dafür müssten Sie erst einen anderen Aufenthaltstitel (zum Beispiel eine andere Rot-Weiß-Rot – Karte oder eine Blaue Karte) beantragen.

Personen, die eine Rot-Weiß-Rot – Karte für Selbstständige Schlüsselkräfte besitzen, erhalten nach zwei Jahren bei weiterer Erfüllung der Voraussetzungen eine sogenannte Niederlassungsbewilligung, die für bis zu drei Jahre gültig ist. Mit einer Niederlassungsbewilligung dürfen Sie weiterhin selbstständig erwerbstätig sein. Eine unselbstständige Erwerbstätigkeit dürfen Sie aber immer noch nicht ausüben. Bei der darauffolgenden Verlängerung können Sie den Daueraufenthalt EU erhalten, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen.

Familienangehörige (Ehefrau/Ehemann, eingetragene:r Partner:in, Kinder) können eine Rot-Weiß-Rot-Karte Plus beantragen, mit der sie freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt haben.

Wichtige Hinweise

  • Drittstaatsangehörige Fachkräfte, mit EU-Bürgerinnen/EU-Bürgern verheiratet oder verpartnert sind, oder deren Kinder EU-Bürgerinnen/EU-Bürger sind, müssen keine Rot-Weiß-Rot – Karte beantragen, um in Österreich selbstständig tätig werden zu können. Sie können eine sogenannte Aufenthaltskarte beantragen. Damit haben sie freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt. Sie können also sowohl angestellt als auch selbstständig arbeiten.
  • Drittstaatsangehörige Fachkräfte, die die Ehepartnerinnen/Ehepartner bzw. eingetragene Partnerinnen/eingetragene Partner von Österreicherinnen/Österreichern sind, müssen keine Rot-Weiß-Rot – Karte beantragen, um in Österreich selbstständig tätig werden zu können. Sie können einen sogenannten "Aufenthaltstitel Familienangehöriger" beantragen. Damit haben sie freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt. Sie können also sowohl angestellt als auch selbstständig arbeiten.
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