Die Unterstufe und Oberstufe in Österreich: Was Eltern wissen sollten

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Wenn Sie mit Kindern nach Österreich ziehen, werden Sie wahrscheinlich einige Fragen über die Ausbildung Ihres Kindes haben. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die vielen weiterführenden Schulen in Österreich, die öffentliche, private und internationale Schulen umfassen. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, was jedes Schulsystem zu bieten hat. 

Was Sie von weiterführenden Schulen in Österreich erwarten können

Österreich bietet viele Arten von weiterführenden Schulen an. Es gibt etwa 1.200 öffentliche Sekundarschulen und 72 Privatschulen, die vom Staat unterstützt werden. In Österreich müssen alle Kinder mit Wohnsitz in Österreich, einschließlich der Kinder von Eltern, die mit einer Aufenthaltsgenehmigung in Österreich leben, bis zum Alter von 14 Jahren eine weiterführende Schule besuchen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Schulpflicht in dem Jahr beginnt, in dem das Kind bis zum 31. August sechs Jahre alt wird, und neun Schuljahre dauert.

Die österreichischen Sekundarschulen lassen sich in der Regel in zwei Kategorien einteilen:

  1. Die erste ist eine allgemeinbildende höhere Schule für die Klassen 5 bis 7. 
  2. Danach können die Schülerinnen und Schüler für die Klassen 8 bis 12 eine andere allgemeinbildende höhere Schule, die Mittelschule (MS), oder eine spezialisierte akademische Mittelschule (AHS) besuchen. 

Zu den Kernfächern der Sekundarstufe gehören Mathematik, Naturwissenschaften, klassische Sprachen und Fremdsprachen. Die Schülerinnen und Schüler können auch Fächer belegen, die ihren persönlichen Interessen entsprechen, wie Musik, Sport und kreative Künste. In der Sekundarstufe I können sich die Kinder auf Naturwissenschaften und Mathematik, Musik und Kunst, Wirtschaft oder Sprach- und Geisteswissenschaften spezialisieren. 

Die Sekundarschulen funktionieren ähnlich wie die Grundschulen, d. h. der Unterricht findet ab dem ersten Montag im September an fünf Tagen pro Woche statt. Das Schuljahr in der Sekundarstufe besteht aus zwei Semestern, mit Unterbrechungen durch bestimmte Feiertage im Laufe des Jahres. 

Welche Arten von öffentlichen weiterführenden Schulen gibt es in Österreich?

Nachdem ein Kind die Grundschule abgeschlossen hat, wechselt es in eine weiterführende Schule. Die beiden Arten von öffentlichen Sekundarschulen (AHS und MS) beginnen in der 5. und dauern bis zur 8. Ab der 9. Klasse können die Schüler/innen stattdessen in eine Berufsschule wechseln. Hier erfahren Sie, was Sie über die beiden Schultypen in Österreich wissen sollten.

Akademische Mittelschulen (AHS)
Das österreichische AHS-System bietet ein umfassendes, ganzheitliches Bildungserlebnis. Es umfasst eine vierjährige Unterstufe für die Klassen 5 bis 8 und eine vierjährige Oberstufe für die Klassen 9 bis 12. In den Klassen 5 und 6 durchlaufen alle Schüler/innen denselben allgemeinen Lehrplan. Ab der 7. Klasse konzentriert sich eine AHS mehr auf die Vorbereitung der Schüler auf eine bestimmte Art der Hochschulbildung.

Beachten Sie, dass eine AHS die Aufnahme bestimmter Schüler ablehnen kann, wenn ihre schulischen Leistungen bestimmten Standards nicht genügen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der 9. Klasse einer AHS ist der Unterricht nicht mehr verpflichtend, obwohl die meisten Schüler/innen weiterlernen. Sie können sich während ihrer Zeit an einer AHS auf einen der folgenden Bereiche konzentrieren. 

Gymnasium
Der gymnasiale Zweig der österreichischen Sekundarschule hilft den Schülern, ihre Fähigkeiten zum kritischen Denken zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt auf den freien Künsten, den Geisteswissenschaften und dem Erlernen verschiedener Sprachen wie Englisch, Latein und Französisch

  • Die Schüler lernen mindestens zwei Fremdsprachen
  • Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Ausbildung, die direkt auf die Hochschulreife ausgerichtet ist.
  • Jeder Schüler mit einem Maturazeugnis muss an einer österreichischen Universität aufgenommen werden.

Wirtschaftskundliches Realgymnasium
Dieser Zweig legt einen starken Schwerpunkt auf betriebswirtschaftliche, volkswirtschaftliche und technische Fertigkeiten sowie auf textiles Handwerk

  • Die Schüler lernen, Probleme zu lösen 
  • Sie erhalten wertvolle Fähigkeiten, die sie in die Arbeitswelt mitnehmen können.

Realgymnasium
Wie am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium werden auch am Realgymnasium technische und textile Handwerke unterrichtet. Im Gegensatz zum Wirtschaftskundlichen Realgymnasium liegt der Schwerpunkt des Realgymnasiums auch auf Mathematik, Naturwissenschaften und Geometrie. Die Schüler lernen neben den traditionellen akademischen Fächern auch praktische Fertigkeiten.

Musisches Gymnasium
Die Schüler des Musischen Gymnasiums konzentrieren sich auf die schönen Künste wie Musik, Tanz, Literatur und Drama. Sie können auch Rhetorik studieren.

  • Ermutigt die Schüler, ihre kreativen Fähigkeiten zu entfalten 
  • Unterstützt ein einzigartiges, auf Kultur basierendes Curriculum

Sportgymnasium
In vielerlei Hinsicht ähnelt das Sportgymnasium einem traditionellen Gymnasium. Sein Unterscheidungsmerkmal ist der Fokus auf Sport. 

  • Erhöht die Fähigkeit der SchülerInnen, neue Fertigkeiten zu erlernen 
  • Hohe akademische Leistung 

Neue Mittelschule: Mittelschule (MS)
Die Mittelschule ist eine weiterführende öffentliche österreichische Schule für Schüler/innen der Klassen 5 bis 8. Anders als eine AHS muss eine Mittelschule alle Schüler/innen aufnehmen, die die 4. Klasse der Volksschule mit ausreichenden Leistungen abgeschlossen haben. 

Die Mittelschule bereitet ihre Schüler/innen auf eine spätere Berufsausbildung vor und bietet einen auf die Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler/innen zugeschnittenen Unterricht. Ab der 7. Klasse können die Schüler Leistungskurse in Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen belegen. Alternativ können sie sich je nach ihren Interessen für den Grundunterricht entscheiden. Nach Abschluss der Mittelschule können die SchülerInnen entweder in eine höhere Berufsschule oder in eine AHS-Oberstufe wechseln. 

Private weiterführende Schulen in Österreich
In Österreich gibt es mehr als 600 Privatschulen, wobei etwa 10 % der österreichischen Sekundarschüler/innen eine Privatschule besuchen. Wie bei den öffentlichen Schulen gibt es mehrere Arten von Privatschulen, darunter die folgenden. 

Religiöse Sekundarschule
Wie viele europäische Länder hat auch Österreich einen starken religiösen Hintergrund. Tatsächlich sind über 50 % der Privatschulen des Landes konfessionell gebunden. Viele dieser religiösen Privatschulen sind an die römisch-katholische Kirche gebunden. Obwohl Religion einen großen Teil des Lehrplans dieser Schulen ausmacht, können die Schüler auch Standardabschlüsse wie das International Baccalaureate (IB) erwerben. 

  • Diese Schulen bieten ein duales oder integriertes Lehrplanmodell an.
  • Dieser Unterricht kann eine starke religiöse Gemeinschaft zwischen Ihrem Kind und seinen Mitschülern aufbauen.

Waldorf-Sekundarschule
Waldorfschulen sind für ihre Unabhängigkeit bekannt, da sie von einem privaten Gremium und nicht von einer öffentlichen Einrichtung beaufsichtigt werden. Diese Schulen nutzen oft die Vorstellungskraft, Kreativität und Fantasie der Schüler, um ihre Leidenschaften zu erkennen und ihre Ausbildung zu gestalten. Das Ergebnis ist ein ganzheitlicher Ansatz, der oft künstlerische und intellektuelle Bildung miteinander verbindet. 

  • Größere Kreativität und mehr Bereitschaft zum Lernen
  • Eine aktivere Rolle bei der eigenen Bildung
  • Ein praxisnahes Lernumfeld

Montessori-Sekundarschule
Die Montessori-Pädagogik ist in der ganzen Welt bekannt. Es lehnt standardisierte Tests ab und legt den Schwerpunkt auf eine kreativere Seite des Lernens. Es fördert das selbstständige Denken und konzentriert sich auf Fähigkeiten und Szenarien aus dem wirklichen Leben. Einige Montessori-Schulen in Österreich bieten nur eine Grundschulausbildung an, keine Sekundarschulausbildung.

  • Klassenräume zur Förderung von Unabhängigkeit und Kreativität in allen Altersstufen
  • Hoch entwickelte Problemlösungsfähigkeiten
  • Betonung der Individualität der Schüler 

Internationale Sekundarschule
Internationale weiterführende Schulen in Österreich bieten den Schülern ein multikulturelles Umfeld und eine hervorragende Ausbildung. Die SchülerInnen können zwischen dem Besuch einer amerikanischen, britischen oder französischen internationalen Schule wählen. Auf diese Weise können Kinder, deren Familien von anderswo nach Österreich übersiedeln, in demselben Lernstil weitermachen, den sie schon lange kennen. 

  • Unterricht in einer Sprache, die Ihr Kind bereits kennt 
  • Eine ähnliche Lernstruktur wie in Ihrem Heimatland
  • Ein multikulturelles Umfeld

Wie viel kostet eine Privatschule in Österreich?
Die Ausbildung an österreichischen Privatschulen kann mehr als 25.000 € pro Jahr kosten. Internate sind in der Regel teurer und kosten zwischen 30.000 € und 50.000 € pro Jahr. Diese Zahlen decken nur das Schulgeld ab, da weitere Gebühren für Anmeldung, Registrierung, Verpflegung und mehr anfallen.

Wie man sich an einer weiterführenden Schule in Österreich anmeldet

Das Anmeldeverfahren für weiterführende Schulen in Österreich kann je nach Schultyp variieren. 

  • In der Regel wählen die Eltern eine Schule in ihrer Nähe und melden sich direkt online an. 
  • Das Verfahren erfordert, dass die Eltern den Lebenslauf des Kindes einreichen: 
    • Foto
    • Grundschulnoten
    • Kopie des Reisepasses des Kindes
    • ev. sind auch Empfehlungsschreiben von früheren Lehrern erforderlich
  • Nachdem die Eltern alle erforderlichen Formulare eingereicht haben, wird die Schule höchstwahrscheinlich ein persönliches Gespräch mit der Familie verlangen. 

Wenn Sie Ihre Kinder an einer österreichischen weiterführenden Schule anmelden möchten, sollten Sie dies immer frühzeitig tun. Die beliebtesten weiterführenden Schulen stoßen oft auf so großes Interesse, dass eine Warteliste unvermeidlich wird. 

Sobald Ihr Kind an einer Schule angenommen wurde, müssen Sie nur noch die Anmeldeformulare ausfüllen. Diese Formulare sind zwar einfach auszufüllen, können aber sehr langwierig sein, und es gibt oft sehr viele davon. 

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