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Neue Services der ABA für internationale Studierende

Seit Anfang des Jahres spricht die ABA gezielt internationale Studierende an österreichischen Hochschulen an. Ein Vergleich der OECD zeigt, dass Österreich als Studienort immer beliebter wird. Die meisten internationalen Studierenden wollen nach dem Studium auch in Österreich bleiben und arbeiten, wie Zahlen der Statistik Austria belegen.  EU- und Drittstaatsangehörigen, die in Österreich ein Studium abschließen, sollen daher Bleibeoptionen aufgezeigt, eine Arbeitsaufnahme erleichtert und ein Leben in Österreich ermöglicht werden. 

Seit dem Studienjahr 2021/22 sind 105.984 internationale Regelstudierende an österreichischen Hochschulen (von 291.644 Studierenden insgesamt) inskribiert. Regelstudierende oder ordentliche Studierende sind Student:innen, die sich in einem Bachelor-, Master-, Diplom-, PhD- oder Doktoratsstudium als vollwertige:r Student:in eingeschrieben haben und in Österreich einen Studienabschluss anstreben. International bedeutet in diesem Kontext, Studierende und Personen, die nicht in Österreich geboren sind, aus dem EU- oder, EWR-Ausland sowie aus Drittstaaten kommen und an einer österreichischen Hochschule u.a. mit einem Aufenthaltstitel Student studieren.  

Warum sie bleiben sollen: Internationale Studierende mit idealen Voraussetzungen 

Nach einem Studium an einer österreichischen Hochschule wissen Arbeitgeber:innen, was sie von diesem Abschluss erwarten können, es ist keine Beglaubigung oder Anerkennung der Zeugnisse erforderlich. Ein Studium in Österreich ermöglicht vielen internationalen Studierenden, nicht nur die österreichische Kultur und Traditionen kennen zu lernen, sondern sich auch bereits ein Netzwerk oder einen Freundeskreis aufzubauen, was ihnen bei einem Eintritt in den Arbeitsmarkt zugutekommt. Viele Fachbereiche erlauben, während des Studiums bereits Praktika und Arbeitserfahrung zu bekommen und so Einblicke in das Wirtschaftsleben und die österreichische Unternehmenskultur zu erhalten. Vielen Unternehmen erleichtert das die Aufnahme internationaler Studierender und eine eigene Rot-Weiß-Rot - Karte für Studienabsolvent:innen garantiert einen schnelleren Eintritt in den Arbeitsmarkt. Dies bietet die idealen Voraussetzungen, sich beruflich und privat in Österreich niederzulassen.1 

Die Services der ABA für internationale Studierende 

Das Ziel der ABA ist es, internationale Studierende nach dem Studium in Österreich auf ihrem Weg in den österreichischen Arbeitsmarkt mit folgenden Services zu unterstützen: 

Internationale Studierende können auf unserer Jobbörse nach Jobs – viele auch in Englisch – in ihrem Bereich suchen und sich direkt mit österreichischen Unternehmen vernetzen:  https://www.workinaustria.com/jobboerse  

Unsere Servicestelle für Immigration und Aufenthalt berät individuell zu Beschäftigungsbewilligung, Aufenthaltstitel und Einstieg in den Arbeitsmarkt. Weitere Auskünfte gibt unser Immigration Guide, wo alle notwendigen Schritte zu Leben und Arbeiten in Österreich gefunden werden können: https://immigration-guide.workinaustria.com 

Umfassende Informationen zum Thema Leben in Österreich, Gesundheitssystem, Wohnen in Österreich, Versicherungen und Arbeitsrecht gibt es auf unserer Webseite und unserem Essential Guide zum kostenlosen Download.  

Studierende aus EU- und EWR- Staaten (Norwegen, Liechtenstein, Schweiz, Island) haben durch ihre EU/EWR-Bürgerschaft freien Zugang zum Arbeitsmarkt. Die ABA berät hier zu Anmeldebescheinigung und Erstinformationen zu Leben und Familiennachzug in Österreich. 

Speziell für Drittstaatsangehörige wurden durch die Reform des Ausländerbeschäftigungsgesetzes (AuslBG) und des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes (NAG), die seit Oktober 2022 in Kraft ist, unter anderen die Bedingungen zur Erlangung der Rot-Weiß-Rot - Karte für Studienabsolvent:innen erleichtert. Die RWR- Karte für Studienabsolvent:innen richtet sich an alle internationalen Studierenden, die in Österreich ein Studium abgeschlossen haben und eine Jobzusage von einem österreichischen Arbeitgeber haben, die dem abgeschlossenen Studium entspricht. Die Voraussetzung, dass mit dieser Vollzeitstelle auch ein Mindestgehalt verbunden ist, ist mit 1.Oktober 2022 entfallen. Die Entlohnung muss nach den kollektivvertraglichen Regelungen geschehen bzw. nach betriebsüblicher Überbezahlung.  

Anteil internationaler Studierender in Österreich vergleichsweise hoch 

In vielen Ländern zeigt sich, dass diese Gruppe akademisch hochqualifizierter Schlüsselkräfte aus der ganzen Welt einen großen Mehrwert für die Arbeitsmärkte bringt. Der OECD International Migration Outlook 2022 konzentriert sich auf die Zuwanderung von internationalen Studierenden im internationalen Vergleich. Hier wird deutlich, dass an Hochschulen in den meisten europäischen Staaten, vor allem internationale Studierende naturwissenschaftliche und MINT-Fächer belegen. Mit 18% relativ zur Bevölkerung ist der Anteil internationaler Studierender in Österreich im internationalen Vergleich sehr hoch2. Österreich und die Schweiz (ebenfalls 18%) verzeichnen einen höheren Anteil als Deutschland (mit 11%). Laut OECD-Berechnungen wurden 2019 jedoch nur 6% der Studienberechtigungen in Österreich zu Arbeitserlaubnissen umgewandelt (im Verhältnis der Gesamtanzahl von Arbeitszulassungen)3. Hier gibt es noch enormes Potential, die Gruppe internationaler Absolvent:innen in Österreich gezielt anzusprechen und ihnen den Weg in den österreichischen Arbeitsmarkt zu erleichtern. 

Positive Entwicklung: Zahl der Wegzüge von Studienabsolvent:innen sinkt 

Im Studienjahr 2021/22 hat es an Österreichs Hochschulen insgesamt 17.687 Studienabschlüsse4 durch Studierende aus dem Ausland gegeben (Zahlen der Statistik Austria).  

An öffentlichen Universitäten befanden sich im Studienjahr 2021/22 81.580 internationale ordentliche Studierende, wobei hier die größte Anzahl an der Universität Wien studiert (25.966), gefolgt von der Universität Innsbruck (13.132) und der Technischen Universität Wien (8.064). Die wichtigsten Herkunftsländer der Studierenden sind neben Deutschland, Italien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Ungarn, die Türkei und der Iran. Wirtschaft-, Sozialwissenschaften und Gesundheit sind die beliebtesten Fächer, gefolgt von Naturwissenschaften (hier insbesondere Psychologie und Biologie). 10.635 internationale Studierende haben im Studienjahr 2020/21 an einer öffentlichen Universität graduiert. Im Vergleich dazu, waren 2021/22 8.317 internationale Regelstudierende an österreichischen Privatuniversitäten inskribiert und konnten 1.272 Abschlüsse im Studienjahr 2020/21 erreichen. Die Privatuniversitäten mit den meisten internationalen Studierenden sind hier die Central European University, Donau Privatuniversität und die Sigmund Freud University. Deutschland, Italien, Slowenien, USA, China, Nordmazedonien sind die wichtigsten Herkunftsländer. An österreichischen Fachhochschulen wurden im Studienjahr 2021/22 11.955 internationale Regelstudierende gezählt. Die beliebtesten Fächer an diesen Hochschulen sind Wirtschaftswissenschaften, Technik- und Ingenieurswissenschaften sowie Gesundheit. Die meisten Studierenden kommen aus Deutschland, Italien, Ungarn, dem Iran, Serbien, Indien und Syrien. 2.876 internationale Studierende haben ihren Fachhochschul-Abschluss 2020/21 erworben; die meisten davon an Management Center Innsbruck, FH Technikum Wien und FH Campus Wien. 

Die Statistik Austria hat 2021 die Studie „Wegzüge und Berufseinstieg von Universitätsabsolvent:innen“ herausgegeben. In der Studie wurden über einen Beobachtungszeitraum von 10 Jahren (Studienjahr 2008/09 bis inkl. 3. Quartal 2020) die Zu- und Abwanderung von internationalen Studierenden nach Studienabschlüssen an öffentlichen Universitäten in Österreich ermittelt5. Es zeigt sich, dass seit 2008/09 die Wegzüge internationaler Studierende nach einem Studienabschluss an einer öffentlichen Universität kontinuierlich abnehmen. Insbesondere Masterabsolvent:innen und Doktorand:innen bleiben seit 2014/15 vermehrt dauerhaft in Österreich. Bei deutschen Staatsbürger:innen (die größte Gruppe an internationalen Studierenden in Österreich) liegt die Wegzugsquote im 1. Jahr nach Masterabschluss seit 10 Jahren bei rund 50%. Bei Drittstaatsangehörigen ist die Wegzugsquote im 1. Jahr nach Masterabschluss von 69,3% (2009/10) auf 43,8% (2020) gesunken. Bei Abschluss von Doktoratsstudien weisen sowohl österreichische als auch EU-Staatsbürger:innen und Drittstaatsangehörige die geringsten Wegzugsraten auf. Ein weiterer Grund warum die Einführung der Rot-Weiß-Rot Karte für Studienabsolvent:innen  

Auch die Wegzugsraten von internationalen Absolvent:innen der Informatik- und Kommunikationstechnologie-Studien verringerte sich. Nach einem Abschluss 2008/09 verließen noch 50,6% der Drittstaatsangehörigen in den Studienfächern Informatik- und Kommunikationstechnologie Österreich. Dieser Wert sank auf 27,3% in 2018/19. Dieser Rücklauf ist auch deutlich in den Ausbildungsfeldern Ingenieurswesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe zu erkennen. Waren es 73,2% Drittstaatsangehörige, die 3 Jahre nach dem Abschlussjahr 2008/09 aus Österreich wegzogen, so sind es 2018/19 nur 29,0% die im ersten Jahr nach Abschluss Österreich verließen.  

Auch der Arbeitsmarktstatus wurde im Rahmen der Studie beobachtet und es wurde festgestellt, dass prinzipiell 18 Monate nach dem Abschluss an einer öffentlichen Universität die Arbeitslosigkeit über alle Ausbildungsfelder hinweg unter 4% lag.  

Aufgrund der immer bedeutenderen Zahl an internationalen Studierenden in Österreich, die gerne auch in den österreichischen Arbeitsmarkt einsteigen wollen, steht der Key Account International Students nicht nur internationalen Studierenden mit ihren Fragen zur Verfügung, sondern unterstützt auch österreichischen Hochschulen bei Anliegen zum Eintritt internationaler Studierender in den österreichischen Arbeitsmarkt. Zögern Sie nicht und wenden Sie sich an:

Angelika Köpf, PGC. M.A. M.A.
Key Account International Students
WORK in AUSTRIA
a.koepf@aba.gv.at

Quellen:  

  • OECD (2022): International Migration Outlook 2022, 46th Edition, OECD Publishing, Paris: https://doi.org/10.1787/30fe16d2-en  

  • OECD (2022): International Migration Database 2022, oecd.stat:  https://stats.oecd.org/Index.aspx?DataSetCode=MIG 

  • Liebig, Thomas (2022): OECD Internationaler Migrationsausblick 2022, Präsentation, Paris 

  • Jurenich/Mandl/Radinger/Trenkwalder (2021): Wezüge und Berufseinstieg von Universitätsabsolventinnen und -absolventen 2021, Bundesanstalt Statistik Österreich, Wien 

  • Statistik Austria (2021): Statistisches Jahrbuch zu Migration & Integration: file:///C:/Users/ak/Downloads/stat_jahrbuch_migration_u_integration_2021%20(3).pdf 

Weiterführende Literatur:  

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