Verlängerung des Aufenthaltstitels in Österreich

Sie leben und arbeiten schon in Österreich und Ihr aktueller Aufenthaltstitel läuft bald aus?

Erfahren Sie wie Sie Ihren Aufenthaltstitel verlängern und rechtlich abgesichert in Österreich bleiben können.

Achtung

Stellen Sie Ihren Antrag auf einen verlängerten Aufenthaltstitel unbedingt in den drei Monaten, bevor Ihr aktueller Aufenthaltstitel ungültig wird! Wenn Sie Ihren Aufenthaltstitel nicht rechtzeitig verlängern, gilt Ihr Verlängerungsantrag als Erstantrag. Das bedeutet, Sie müssen das gesamte Verfahren zur Erlangung eines Aufenthaltstitels noch einmal durchlaufen und unter Umständen sogar ausreisen.

Hinweis

Wenn Sie Ihren Verlängerungsantrag rechtzeitig gestellt haben, aber Ihren neuen Aufenthaltstitel noch nicht bekommen haben, dürfen Sie trotzdem weiter in Österreich leben und arbeiten. Wenn Sie in dieser Zeit aus dringenden Gründen Österreich verlassen müssen, können Sie eine sogenannte „Notvignette“ beantragen. Diese Bestätigung über Ihre rechtzeitige Verlängerung wird direkt in Ihren Reisepass gedruckt und ist maximal 90 Tage lang im gesamten Schengenraum gültig.

Wo muss die Verlängerung des Aufenthaltstitels beantragt werden?

In Wien stellen Sie Ihren Verlängerungsantrag bei der Außenstelle der Magistratsabteilung 35 (MA 35), die für Ihren Wohnbezirk zuständig ist.

In allen anderen Bundesländern stellen Sie Ihren Verlängerungsantrag

  • bei der Bezirkshauptmannschaft (BH), die für Ihren Wohnbezirk zuständig ist oder,
  • wenn Sie in Eisenstadt, Graz, Innsbruck, Klagenfurt am Wörthersee, Krems, Linz, Rust, Salzburg, St. Pölten, Steyr, Villach, Waidhofen an der Ybbs, Wels, Wiener Neustadt wohnen, im Magistrat Ihrer Stadt oder,
  • wenn Sie in der Stadt Graz wohnen, beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung - Abteilung 3.

Grundsätzlich müssen Sie Ihren Antrag persönlich stellen. Ausnahmen sind Anträge für Kinder, die unter 6 Jahre alt sind. Hier ist es ausreichend, wenn ein Elternteil den Antrag persönlich für das Kind stellt.

Welche Voraussetzungen müssen für die Verlängerung des Aufenthaltstitels erfüllt sein?

Sie müssen bei der Verlängerung weiterhin die Voraussetzungen für Ihren Aufenthaltstitel erfüllen, also die allgemeinen Voraussetzungen und die besonderen Voraussetzungen, die von Ihrem Aufenthaltstitel abhängen.

Diese Dokumente brauchen Sie in der Regel, um einen verlängerten Aufenthaltstitel zu bekommen:

  • Antragsformular
  • Reisepass
  • Passfoto nach EU-Kriterien (nicht älter als 6 Monate)
  • Nachweis der Unterkunft in Österreich (Mietvertrag, letzte drei Mietzahlungen, etc.)
  • Nachweis der Krankenversicherung in Österreich (e-card-Kopie, etc.)
  • Nachweis des gesicherten Lebensunterhalts (letzte drei Lohnzettel, etc.)
  • Gebühren: je nach Aufenthaltstitel in der Regel rund 160 Euro bis 250 Euro

Es kann sein, dass Sie eine höhere Gebühr zahlen müssen, wenn Sie zusätzliche persönliche Dokumente vorzeigen müssen.  

Hinweis

Wenn Sie für ein Kind oder mehrere Kinder Familienbeihilfe beziehen, müssen Sie in der Regel die Bestätigung darüber einreichen. Die Bestätigung über den Bezug der Familienbeihilfe bekommen Sie ganz einfach über FinanzOnline.

Hinweis

Viele Aufenthaltsbehörden verlangen einen sogenannten KSV-Auszug bei Verlängerungen von Aufenthaltstiteln. Der KSV-Auszug ist ein offizielles Dokument, das zeigt, ob Sie in Österreich Kredite haben. Wenn Sie verheiratet sind, müssen Sie immer Ihren eigenen KSV-Auszug und den Ihrer Partnerin bzw. Ihres Partners vorlegen. Den KSV-Auszug für Behörden können Sie ganz einfach online bestellen.

Hinweis

Wenn Sie von der Aufenthaltsbehörde dazu aufgefordert werden, bestimmte Dokumente nachzureichen, können Sie das in der Regel einfach per E-Mail machen. Eine Ausnahme sind Deutsch- und Integrationszertifikate, die Sie in der Regel im Original vorlegen müssen. Wenn Sie Dokumente und/oder Informationen nachreichen, geben Sie bitte immer Ihre Referenznummer an. Dann kann die Aufenthaltsbehörde schneller arbeiten.

Achtung

Bei den meisten Verlängerungen müssen Sie ein Deutsch-Zertifikat oder ein Integrations-Zertifikat vorlegen. Erfahren Sie hier mehr darüber, welches Zertifikat Sie für Ihre Verlängerung benötigen.

Wenn Sie Ihre Rot-Weiß-Rot – Karte (Ausnahmen: Rot-Weiß-Rot – Karte für Selbstständige Schlüsselkräfte und Start-Up-GründerInnen) oder Blaue Karte nach zwei Jahren auf eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus verlängern wollen, wird überprüft, ob Sie mindestens 21 Monate ununterbrochen beschäftigt waren. Sie müssen daher sogenannte Lohnkonten vorlegen, die Sie von Ihrem Arbeitgeber bekommen.

Hinweis

Auch die Zeit, in der Sie in Karenz (z.B. Elternkarenz oder Bildungskarenz) sind, zählt als Beschäftigung!

Sobald Sie fünf Jahre ununterbrochen in Österreich niedergelassen sind, die allgemeinen Voraussetzungen erfüllen und Modul 2 der Integrationsvereinbarung (Deutsch auf Niveau B1) erfüllt haben, können Sie einen Daueraufenthalt – EU (Link) beantragen. Den Daueraufenthalt EU können Sie dann alle fünf Jahre im Rahmen eines einfachen Prozederes verlängern.

Note

Zu diesen fünf Jahren zählt die Zeit, in der Sie z.B. mit einer Rot-Weiß-Rot – Karte, einer Rot-Weiß-Rot – Karte Plus oder einer Niederlassungsbewilligung Forscher in Österreich gelebt haben. Dagegen zählt die Zeit, die Sie nur eine Aufenthaltsbewilligung gehabt haben (z.B. Aufenthaltsbewilligung Student) nur zur Hälfte.

Achtung

Wenn Sie also über zehn Jahre nur Aufenthaltsbewilligungen hatten, können Sie keinen Daueraufenthalt EU bekommen!

Beispiel

Sie haben von 01. Oktober 2015 bis 30. September 2017 Ihren Master in Österreich absolviert und in dieser Zeit eine Aufenthaltsbewilligung Student gehabt. Danach arbeiten Sie zuerst mit einer Rot-Weiß-Rot-Karte für Studienabsolventen (von 1. Oktober 2017 bis 30. September 2019) und dann einer Rot-Weiß-Rot – Karte Plus (ab 1. Oktober 2019) in einem österreichischen Unternehmen. Sie können frühestens nach zwei Jahren mit der Rot-Weiß-Rot-Karte Plus (also drei Monate vor 1. Oktober 2021) einen Daueraufenthalt EU beantragen, da von Ihrer Zeit mit der Aufenthaltsbewilligung Student nur ein Jahr angerechnet wird.

Achtung

Wichtig ist auch, dass Ihr Recht zum Aufenthalt ununterbrochen war, d.h. dass es keine zeitlichen Lücken zwischen Ihren Aufenthaltstiteln gibt. Wenn Sie z.B. Ihren Verlängerungsantrag zu spät gestellt haben und er somit als Erstantrag gilt, besteht in der Regel eine Lücke und die Fünfjahresfrist beginnt von neuem zu laufen.

Ablauf des Verfahrens

Nachdem Sie Ihren Antrag bei der Aufenthaltsbehörde in Österreich gestellt haben, bearbeitet die Behörde Ihren Antrag. Wenn Sie Ihren Aufenthaltstitel rechtzeitig verlängern, gilt der verlängerte Aufenthaltstitel im Idealfall ab dem Tag, nachdem ihr aktueller Aufenthaltstitel ausläuft.

Bitte beachten Sie:

  • Wenn Sie nach zwei Jahren einen Aufenthaltstitel beantragen, der dann drei Jahre lang gültig sein wird (zum Beispiel die Verlängerung einer Blauen Karte auf eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus), können Sie erst dann Ihren neuen Aufenthaltstitel bekommen, nachdem Sie genau zwei Jahre in Österreich sind. Tag Eins ist dabei in der Regel der Tag, an dem Sie Ihren ersten Aufenthaltstitel bekommen bzw. abgeholt haben
  • Wenn Sie den Daueraufenthalt EU zum ersten Mal beantragen, müssen Sie genau fünf Jahre in Österreich gewesen sein, um Ihren Aufenthaltstitel zu bekommen.  Tag Eins ist dabei in der Regel der Tag, an dem Sie Ihren ersten Aufenthaltstitel bekommen bzw. abgeholt haben.

Beispiel

Sie reisen am 1. Februar 2017 nach Österreich ein. Am 2. Februar 2017 haben Sie einen Termin bei der Wiener Aufenthaltsbehörde MA35, bei dem Sie Ihre Fingerabdrücke abgeben und Ihre originalen Dokumente vorlegen. Ihre Blaue Karte wird dann gedruckt und ist von 2.2.2017 bis 2.2.2019 gültig. Sie selbst holen die Blaue Karte aber erst am 20.2.2017 ab, weil Sie für diesen Tag einen Termin zur Abholung zugeteilt bekommen. Wenn Sie im Jahr 2019 Ihre Rot-Weiß-Rot – Karte Plus abholen wollen, ist dies also erst ab 21.2.2019 möglich, da Sie dann genau zwei Jahre lang Ihren ersten Aufenthaltstitel (also Ihre Blaue Karte) haben.

Wer muss welchen Aufenthaltstitel verlängern?

Wenn Sie ohne Ihr Verschulden wegen eines unabwendbaren oder unvorhergesehenen Ereignisses (z.B. Unfall und dann Krankenhausaufenthalt) verhindert waren, Ihren Aufenthaltstitel rechtzeitig zu verlängern, können Sie gemeinsam mit Ihrem Verlängerungsantrag innerhalb von zwei Wochen (nachdem das Hindernis weggefallen ist) einen sogenannten Wiedereinsetzungsantrag einbringen, in dem Sie begründen, wieso Sie Ihren Verlängerungsantrag nicht rechtzeitig einbringen konnten.

Rechtsgrundlagen

§ 24 NAG