Übersiedlung nach Österreich

Sind Arbeits- und Miet- bzw. Kaufvertrag über eine Wohnung unterzeichnet und sowohl der eigene Aufenthaltstitel als auch der von eventuell mitziehenden Familienangehörigen geklärt, gibt es noch einige weitere Dinge, auf die beim Umzug nach Österreich nicht vergessen werden sollte.

Was beim Umzug nach Österreich bedacht werden muss

In Österreich angekommen, gilt es folgendes zu erledigen:

  • Meldung beim Meldeamt: Innerhalb von drei Tagen nach dem Bezug seines neuen Zuhauses muss man sich nach dem österreichischen Meldegesetz bei der für den neuen Wohnsitz zuständigen Meldebehörde melden. Dies kann persönlich oder postalisch erfolgen. Das dafür erforderliche Formular kann kostenlos im Internet heruntergeladen werden und muss im Falle einer Miete auch vom Vermieter unterzeichnet werden. Weitere verpflichtende Meldungen im Zuge eines Wohnortwechsels sind unter Wohnen in Österreich zu finden.
  • Eröffnung eines Bankaccounts: Um in Österreich einen Bankaccount zu eröffnen, ist neben einer Identitätskarte oder einem Reisepass auch ein Meldezettel erforderlich. Ein Girokonto bietet dabei am meisten Flexibilität. Da alle großen Banken auch Online-Banking anbieten, wird es für normale Bankgeschäfte kaum noch erforderlich sein, nach der Eröffnung eine Filiale aufzusuchen.
  • Anmeldebescheinigung: Staatsangehörige des EWR sowie der Schweiz benötigen aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit keine weitere Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis. Sie müssen sich jedoch innerhalb von vier Monaten beim Magistrat 35 anmelden.
  • Versicherung: Das österreichische Sozialsystem umfasst mehrere Pflichtversicherungen für Personen, die in Österreich leben und hier eine Beschäftigung aufgenommen haben. Mehr dazu unter Sozial- und Gesundheitssystem. Mitarbeiter sind automatisch kranken-, unfall- und pensionsversichert. Für die Registrierung des Arbeitnehmers bei der zuständigen Versicherungsanstalt ist der Arbeitgeber verantwortlich. Der Versicherungsschutz beginnt mit dem Tag, an dem der Arbeitnehmer seine Arbeit aufnimmt. Versicherte erhalten dann automatische per Post von ihrem Krankenversicherungsträger eine e-card, die bei jedem Arztbesuch, bei jedem Besuch in einer Ambulanz oder im Ambulatorium sowie bei Aufenthalten in vielen Spitälern muss die sogenannte e-card vorgezeigt wird und alle für den Versicherer relevanten persönlichen Daten enthält. Wer möchte kann durch Abschluss einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung darüber hinaus einen zusätzlichen Versicherungsschutz erwerben.

Die E-Card dient auch als Europäische Krankenversicherungskarte und berechtigt den Inhaber zur kostenlosen Behandlung in allen staatlichen Gesundheitseinrichtungen in der gesamten EU.

Auch Selbstständige sind gesetzlich dazu verpflichtet, sich zu versichern. Im Falle von Geschäftsinhabern erfolgt dies bei der Registrierung ihres Geschäfts. Selbstständige sind nicht arbeitslosenversichert, dies kann jedoch auf freiwilliger Basis erfolgen.

  • Ummeldung des Führerscheins: InhaberInnen eines Führerscheins, der in einem EU-Land oder im EWR ausgestellt wurde, müssen diesen in der Regel nicht eintauschen. Verfällt der Führerschein, muss die Verlängerung jedoch in dem Land erfolgen, in dem sich der Inhaber/die Inhaberin für gewöhnlich aufhält. Gültigkeitsdauer oder erforderliche ärztliche Kontrolluntersuchungen können von Land zu Land variieren. Nach dem Umtausch des ursprünglichen Führerscheins gelten die Vorschriften des aktuellen Landes. Nicht-EU-Bürger müssen ihren Führerschein innerhalb von sechs Monaten gegen einen österreichischen eintauschen. Dazu ist es in der Regel nötig einen praktischen Fahrtest zu absolvieren. Folgende Nicht-EU-Länder sind von dieser Regelung ausgenommen: Alle Klassen: Andorra, Guernsey, Insel Man, Japan, Jersey, Monaco, San Marino, Schweiz. Klasse B (Lenkung Personenkraftwagen): Australien, Bosnien-Herzegowina, Israel, Kanada, Südafrika, Südkorea, USA.
  • Registrierung bei FinanzOnline: Jede Person, die ihren Hauptwohnsitz in Österreich hat, ist unabhängig von ihrem Arbeitsplatz im Ausland einkommensteuerpflichtig. Um eine Doppelbesteuerung zu verhindern, ist es sinnvoll rechtzeitig einen Steuerberater zu Rate zu ziehen. Österreich hat mit seinen Nachbarländern und den EU-Staaten bilaterale Abkommen geschlossen, um sicherzustellen, dass die Einkommenssteuer nur in dem Land gezahlt werden muss, in dem die steuerpflichtige Person ihren Hauptwohnsitz hat. Für die Zahlung der Einkommensteuer und der obligatorischen Sozialversicherungsbeiträge ist bei Arbeitnehmern der Arbeitgeber verantwortlich. Selbstständige mit Gewerbeschein und Freiberufler sind für die Zahlung ihrer Steuern und Sozialversicherungen selbst verantwortlich. Die Höhe der zu entrichtenden Einkommenssteuer hängt dabei von der Höhe des Einkommens ab (nähere Informationen zu den Tarifstufen). Wer zusätzlich zur Hauptquelle seines steuerpflichtigen Einkommens ein Jahreseinkommen von mehr als 730 EUR bezieht, muss eine Einkommensteuererklärung machen, indem das (Formular E 1) ausgefüllt und beim zuständigen Finanzamt eingereicht wird. Freiwillig kann eine Einkommensteuererklärung auch dann abgegeben werden, wenn man steuerlich absetzbaren Ausgaben geltend machen möchte, wie z.B. Fahrtkostenpauschale, Fachliteratur etc. Die Abgabe kann elektronisch oder online erfolgen.
  • Schulanmeldung: Die Schulpflicht beginnt in Österreich nach Vollendung des sechsten Lebensjahrs. Eltern erhalten in der Regel rechtzeitig einen Brief von der zuständigen Schulbehörde, in dem sie aufgefordert werden, ihr Kind an einer Schule anzumelden. Zieht ein Kind im schulpflichtigen Alter während des Schuljahres nach Österreich, müssen sich die Eltern an die für den Wohnort zuständige Schulbehörde wenden, um einen Platz zu beantragen. Im schulpflichtigen Alter erhält das Kind mit Sicherheit einen Platz. Für Unterstützung bei der Anmeldung von nicht mehr schulpflichtigen Kindern stehen verschiedene Schulberatungsstellen für Zuwanderer zur Seite.

 

Die Schulpflicht dauert in Österreich bis zum 15. Lebensjahr.