Temporärer Aufenthalt mit Aufenthaltsbewilligung

Sie sind eine drittstaatsangehörige Fachkraft und möchten zwar länger als sechs Monate in Österreich leben und arbeiten, aber nicht dauerhaft in Österreich bleiben? Dann könnte eine Aufenthaltsbewilligung der passende Aufenthaltstitel für Sie sein.

Je nachdem, welchen Zweck Sie mit Ihrem temporären Aufenthalt verfolgen, gibt es unterschiedliche Aufenthaltsbewilligungen:

  • Aufenthaltsbewilligung ICT
  • Aufenthaltsbewilligung Mobile ICT
  • Aufenthaltsbewilligung Betriebsentsandter
  • Aufenthaltsbewilligung Selbstständige
  • Aufenthaltsbewilligung Student
  • Aufenthaltsbewilligung Schüler
  • Aufenthaltsbewilligung Sonderfälle unselbstständiger Erwerbstätigkeit
  • Aufenthaltsbewilligung Sozialdienstleistender
  • Aufenthaltsbewilligung Forscher – Mobilität

Wenn Sie kürzer als sechs Monaten in Österreich leben und arbeiten wollen, brauchen Sie grundsätzlich keine Aufenthaltsbewilligung, sondern ein Visum C oder ein Visum D für Erwerbszwecke (Link Visum).

Temporärer Aufenthalt als Unternehmensintern transferierter Arbeitnehmer (ICT) oder Betriebsentsandte

Die Aufenthaltsbewilligung ICT (Link ICT) kommt für Sie in Frage, wenn Sie für ein bis drei Jahre innerhalb einer multinationalen Firma bzw. Firmengruppe nach Österreich kommen, um als Spezialistin/Spezialist, Führungskraft oder Trainee zu arbeiten. Der Spezialfall „Mobile ICT“ trifft zu, wenn Sie den Aufenthaltstitel ICT eines anderen EU-Mitgliedsstaates haben und innerhalb dieser Tätigkeit länger als 90 Tage in Österreich arbeiten werden. Die Gehaltsabrechnung bleibt in der Regel im Ausland.

Eine Aufenthaltsbewilligung Betriebsentsandter benötigen Sie, wenn Sie länger als sechs Monate als Betriebsentsandte/Betriebsentsandter in Österreich tätig sind. Dauert Ihr Aufenthalt kürzer, ist dafür ein Visum ausreichend. Eine (Betriebs-)Entsendung (Link Entsendungen) liegt grundsätzlich dann vor, wenn

  • ein ausländischer Arbeitgeber aus einem Drittstaat (ohne Betriebssitz in Österreich) eine drittstaatsangehörige Arbeitskraft zu einem österreichischen Auftraggeber zur Erfüllung von vertraglichen Verpflichtungen entsendet, oder
  • Angestellte eines internationalen Konzerns im Rahmen eines internen Aus- und Weiterbildungsprogramms in das Headquarter des Konzerns in Österreich entsendet werden, oder
  • Angestellte, die dem Führungskräftenachwuchs angehören, im Rahmen einer firmeninternen Rotation in eine österreichische Niederlassung entsendet werden.

Achtung

Die Entsendung ist klar von der Arbeitskräfteüberlassung abzugrenzen.


Temporärer Aufenthalt als Selbstständige

Damit Sie eine Aufenthaltsbewilligung Selbstständige erhalten, müssen Sie eine vertragliche Verpflichtung zur Durchführung einer bestimmten selbstständigen Tätigkeit über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten gegenüber einem Auftraggeber in Österreich vorweisen. Sie dürfen aber nicht planen, sich darüber hinaus in Österreich aufzuhalten. Die Aufenthaltsbewilligung Selbstständige wird für 12 Monate erteilt. (Link Selbstständige)


Temporärer Aufenthalt während der Ausbildung

Die Aufenthaltsbewilligung Student wird normalerweise je für ein Jahr ausgestellt, wobei Verlängerungen in der Regel möglich sind, solange das Studium andauert. (Link Studieren in Österreich)

Die Aufenthaltsbewilligung Schüler wird zum Beispiel für den Schulbesuch an öffentlichen Schulen und Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht ausgestellt.


Temporärer Aufenthalt wegen besonderer Arbeitstätigkeit

Eine Aufenthaltsbewilligung Sonderfälle unselbstständiger Erwerbstätigkeit ist für Drittstaatsangehörige relevant, die eine unselbstständige Erwerbstätigkeit in Österreich ausüben, die nicht in den Anwendungsbereich des österreichischen Ausländerbeschäftigungsgesetzes fällt (zum Beispiel die Tätigkeit als Au-pair, als Teilnehmerin/Teilnehmer an Austauschprogrammen, als Austauschlehrerin/Austauschlehrer oder als Sprachassistentin/Sprachassistenten).

Eine Aufenthaltsbewilligung Sozialdienstleistender bekommen Sie, wenn Sie bei einer überparteilichen und gemeinnützigen Organisation tätig werden, die selbst keine Erwerbszwecke verfolgt. Die konkrete Tätigkeit muss außerdem Ausbildungs- oder Fortbildungscharakter haben und darf nicht auf Gewinn ausgerichtet sein. Die Aufenthaltsbewilligung Sozialdienstleistender wird für maximal zwölf Monate ausgestellt. Weder eine Verlängerung noch eine Zweckänderung sind grundsätzlich zulässig.

Die Aufenthaltsbewilligung Freiwilliger wird für eine Tätigkeit im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps erteilt. Für die Beantragung dieser Aufenthaltsbewilligung müssen Sie daher eine abgeschlossene Vereinbarung über die Ableistung des Freiwilligendienstes mit einer aufnehmenden Organisation vorlegen.

Die Aufenthaltsbewilligung Forscher – Mobilität richtet sich an Drittstaatsangehörige, die bereits einen gültigen Aufenthaltstitel für Forscherinnen/Forscher in einem anderen EU-Mitgliedstaat haben und in einer Forschungsreinrichtung in Österreich tätig werden. Sie wird für die Dauer der in Österreich ausgeübten Forschungstätigkeit befristet, längstens aber mit der Gültigkeitsdauer des Aufenthaltstitels "Forscher" des anderen Mitgliedstaates. Sie kann bis zu einer gesamten Aufenthaltsdauer von zwei Jahren in Österreich verlängert werden. Danach kommt nur eine Zweckänderung, aber keine Verlängerung mehr in Frage. (Link Arbeiten als ForscherIn in Österreich)

 


Gültigkeit, Verlängerung und Familie

Einige Aufenthaltsbewilligungen haben aber eine maximale Beschränkung: Zum Beispiel wird die Aufenthaltsbewilligung ICT für Trainees und die Aufenthaltsbewilligung Sozialdienstleistender für maximal zwölf Monate bewilligt und eine Verlängerung ist nicht möglich. Die Aufenthaltsbewilligung Forscher Mobilität kann auf insgesamt maximal zwei Jahre verlängert werden und die Aufenthaltsbewilligung ICT für Spezialisten und Führungskräfte auf insgesamt maximal drei Jahre.

Sobald Sie – entgegen Ihrer ursprünglichen Absicht – planen, langfristig in Österreich zu bleiben, ist es sinnvoll, durch eine sogenannte Zweckänderung auf einen anderen Aufenthaltstitel umzusteigen (Link Zweckänderung), wenn dies möglich ist. Weil die Aufenthaltsbewilligung auf einen vorübergehenden Aufenthalt ausgelegt ist, könnte es sonst sein, dass Sie Ihren Aufenthaltstitel gar nicht mehr verlängern können.

Außerdem können Sie erst später einen dauerhaften Aufenthaltstitel bekommen: Die Zeit, in der Sie mit einer Aufenthaltsbewilligung in Österreich leben und arbeiten wird nur zu 50% auf die für die Beantragung des Daueraufenthalt EU (Link Daueraufenthalt EU) notwendigen fünf Jahre ununterbrochene Niederlassung angerechnet.

Wenn Sie eine

  • Aufenthaltsbewilligung Forscher – Mobilität oder
  • Aufenthaltsbewilligung ICT oder
  • Aufenthaltsbewilligung Mobile ICT oder
  • Aufenthaltsbewilligung Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit (außer als Au-Pair) oder
  • Aufenthaltsbewilligung Student

haben, kann Ihre Ehefrau/Ehemann, eingetragenen Partnerin/eingetragenen Partner oder Ihre minderjährigen Kinder eine Aufenthaltsbewilligung Familiengemeinschaft beantragen.

Wenn Sie eine

  • Aufenthaltsbewilligung Betriebsentsandte oder
  • Aufenthaltsbewilligung Selbstständige oder
  • Aufenthaltsbewilligung Sonderfälle unselbstständiger Erwerbstätigkeit (als Au-Pair) oder
  • Aufenthaltsbewilligung Schüler oder
  • Aufenthaltsbewilligung Sozialdienstleistende oder
  • Aufenthaltsbewilligung Freiwilliger

haben, kann Ihre Familie grundsätzlich nicht mit Ihnen nach Österreich einwandern, sondern braucht einen eigenen Aufenthaltszweck.


Je nachdem, welche Aufenthaltsbewilligung Sie beantragen, sind unterschiedliche Dokumente vorzulegen. Diese Dokumente müssen Sie aber jedenfalls einreichen, um eine Aufenthaltsbewilligung zu bekommen:

  • Antragsformular (Link zu Formular und Ausfüllhilfe)
  • Reisepass
  • Passfoto nach EU-Kriterien (nicht älter als 6 Monate)
  • Geburtsurkunde
  • Strafregisterbescheinigung
  • Nachweis der Krankenversicherung in Österreich
  • Gebühren: 160 Euro

Bitte beachten Sie:

  • Je nachdem, in welchem Land Sie leben, müssen Sie eine oder mehrere Strafregisterbescheinigungen vorzeigen. Hier können Sie nachschauen, welche Strafregisterbescheinigungen Sie besorgen müssen (Link).
  • Persönliche Dokumente müssen eine spezielle Verifizierung haben, damit sie anerkannt werden. Die Art der Verifizierung hängt davon ab, in welchem Land die Dokumente ausgestellt wurden. Hier können Sie nachschauen, welche Art von Verifizierung nötig ist. (Link).
  • Wenn Ihre persönlichen Dokumente nicht auf Deutsch oder Englisch ausgestellt sind, müssen sie in der Regel von einer gerichtlich beeideten Übersetzerin oder einem gerichtlich beeideten Übersetzer übersetzt werden.
  • Es kann sein, dass Sie mehr als 160 Euro Gebühr zahlen müssen, wenn Sie zusätzliche persönliche Dokumente vorzeigen müssen oder ein Visum D benötigen.  

Ablauf des Verfahrens

  1. Sie stellen den Antrag bei der österreichischenVertretungsbehörde (Botschaft/Konsulat) in dem Land, in dem Sie aktuell wohnen.
  2. Wenn Sie visafrei nach Österreich einreisen dürfen, können Sie Ihren Antrag persönlich bei der Aufenthaltsbehörde in Österreich stellen. Diese Option hat den Vorteil, dass Ihr Antrag gleich bei der Behörde gestellt wird, die den Antrag auch bearbeitet.

Bitte achten Sie auf Ihre visafreien Tage! In der Regel haben Sie 90 (von 180) Tage Visafreiheit im Schengenraum. Wenn Sie diese Tage aufgebraucht haben, dürfen Sie den Antrag nicht mehr in Österreich stellen, weil Sie sich nicht mehr legal in Österreich aufhalten.


Achtung

Die Aufenthaltsbewilligung ICT müssen Sie jedenfalls auch dann im Ausland beantragen, wenn Sie grundsätzlich visafrei nach Österreich einreisen dürfen. Wenn Sie eine Aufenthaltsbewilligung ICT beantragen, kann aber auch Ihr Arbeitgeber den Antrag für Sie bei der Aufenthaltsbehörde in Österreich stellen. Das ist unabhängig von Ihrer Nationalität und dem Land, in dem Sie aktuell wohnen. Diese Option hat den Vorteil, dass Ihr Antrag gleich bei der Behörde gestellt wird, die den Antrag auch bearbeitet.

Rechtsgrundlagen

§ 58 ff NAG