Intra-Corporate Transfers (“ICT”)

Sie arbeiten als Fachkraft in einem multinationalen Unternehmen bzw. in einer multinationalen Unternehmensgruppe. Im Rahmen eines unternehmensinternen Transfers sollen Sie für eine begrenzte Zeit (maximal drei Jahre lang) für eine Niederlassung in Österreich arbeiten? Österreich sieht für diesen Fall einen speziellen Aufenthaltstitel vor, den drittstaatsangehörige Führungskräfte, Trainees und Spezialistinnen/Spezialisten bekommen können: die Aufenthaltsbewilligung „ICT“ (Abkürzung für Intra-Corporate Transfer).

Weil die gesetzliche Grundlage für unternehmensinterne grenzüberschreitende Transfers aus der EU kommt, gibt es außerdem den Sonderfall der Aufenthaltsbewilligung „Mobile ICT“. Diese richtet sich an Drittstaatsangehörige, die einen gültigen ICT-Aufenthaltstitel in einem anderen EU-Staat haben und für eine begrenzte Zeit nach Österreich entsendet werden.

In beiden Fällen können Sie mit Ihrer Familie nach Österreich einwandern. Ihre Familienangehörigen (Ehefrau/Ehemann, eingetragene Partnerin/eingetragener Partner, Kinder) können die sogenannte Aufenthaltsbewilligung Familiengemeinschaft beantragen.

 

 

die seit mindestens neun Monaten (bzw. seit mindestens sechs Monaten für Trainees) in einem multinationalen Unternehmen oder in einer multinationalen Unternehmensgruppe außerhalb der EU (also in einem Drittstaat) arbeiten und jetzt in dem gleichen Unternehmen oder in der gleichen Unternehmensgruppe in Österreich arbeiten sollen.


Achtung

Eine Aufenthaltsbewilligung ICT ist immer nur für einen klar befristeten Zeitraum gedacht. Danach muss garantiert sein, dass die Fachkräfte in eine Niederlassung des Unternehmens/der Unternehmensgruppe in einem Drittstaat transferiert werden bzw. in das Heimatland zurückkehren können. Dies muss vertraglich festgehalten sein.

In der Regel verbleibt die Gehaltsabrechnung („payroll“) der Fachkraft im Ausland. Es muss trotzdem darauf geachtet werden, dass alle lohn-, arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden.


Diese Dokumente müssen Sie jedenfalls einreichen, um eine Aufenthaltsbewilligung ICT zu bekommen:

  • Antragsformular (Link zu Formular und Ausfüllhilfe)
  • Reisepass
  • Passfoto nach EU-Kriterien (nicht älter als 6 Monate)
  • Arbeitsrelevante Dokumente:
    • Arbeitsvertrag (beidseitig unterschrieben)
    • Aktueller Lebenslauf
    • Nachweis aller Qualifikationen (Universitäts-Diplome, Dienstzeugnisse, etc.)
    • Nachweis, dass Sie schon mindestens neun (bzw. sechs Monate für Trainees) in dem Unternehmen/der Unternehmensgruppe tätig sind
    • Nachweis über Eigenschaft und Eignung als Führungskraft, Trainee oder Spezialistin/Spezialist
  • Arbeitgeber-Dokumente:
    • Vertrag über den unternehmensinternen Transfer
    • Arbeitgebererklärung (Link zu Formular und Ausfüllhilfe)
  • Persönliche Dokumente:
    • Geburtsurkunde
    • Strafregisterbescheinigung
  • Nachweis der Krankenversicherung in Österreich für die Zeit des Transfers
  • Nachweis der Unterkunft in Österreich für die Zeit des Transfers
  • Gebühren: 160 Euro

Bitte beachten Sie:

  • Je nachdem, in welchem Land Sie leben, müssen Sie eine oder mehrere Strafregisterbescheinigungen vorzeigen. Hier können Sie nachschauen, welche Strafregisterbescheinigungen Sie besorgen müssen (Link).
  • Persönliche Dokumente müssen eine spezielle Verifizierung haben, damit sie anerkannt werden. Das hängt davon ab, in welchem Land die Dokumente ausgestellt wurden. Hier können Sie nachschauen, welche Art von Verifizierung nötig ist. (Link).
  • Wenn Ihre persönlichen Dokumente nicht auf Deutsch oder Englisch sind, müssen sie in der Regel von einer gerichtlich beeideten Übersetzerin oder einem gerichtlich beeideten Übersetzer übersetzt werden.
  • Es kann sein, dass Sie mehr als 160 Euro Gebühr zahlen müssen, wenn Sie zusätzliche persönliche Dokumente vorzeigen müssen oder ein Visum D benötigen.  

 


  1. Ihr Arbeitgeber stellt den Antrag für Sie bei der Aufenthaltsbehörde in Österreich. Das ist unabhängig von Ihrer Nationalität und dem Land, in dem Sie aktuell wohnen. Diese Option hat den Vorteil, dass Ihr Antrag gleich bei der Behörde gestellt wird, die den Antrag auch bearbeitet. Außerdem können Sie bei dieser Option bestimmte Dokumente per E-Mail nachreichen (beispielsweise Verifizierungen).
     
  2. Sie stellen den Antrag bei der österreichischenVertretungsbehörde (Botschaft/Konsulat) in dem Land, in dem Sie aktuell wohnen. Wenn Sie diese Option wählen, muss Ihr Antrag vollständig sein; sie können in der Regel keine Dokumente per E-Mail nachreichen. Da Ihr Antrag erst von der Vertretungsbehörde per Post nach Österreich geschickt wird, dauert das Einwanderungsverfahren bei dieser Option meistens länger als bei Option 1.

Achtung

Auch wenn Sie grundsätzlich visafrei nach Österreich einreisen dürfen (Link Visafreiheit), dürfen Sie Ihren Antrag auf Aufenthaltsbewilligung ICT nicht persönlich in Österreich stellen. Das darf ausschließlich Ihr Arbeitgeber.


Achtung

Bevor Sie oder Ihr Arbeitgeber den Antrag stellen, müssen Sie sich entschieden haben, wo Sie in Österreich leben möchten. Das ist wichtig, weil es in Österreich verschiedene Niederlassungen der Aufenthaltsbehörde gibt. Welche dieser Niederlassungen für Sie zuständig ist, hängt von Ihrem zukünftigen Wohnort in Österreich ab. Wenn Sie sich einmal für einen Ort entschieden haben, ist eine Änderung kompliziert und nicht empfehlenswert. Hier (Link) können Sie herausfinden, welche Niederlassung für Sie zuständig ist.


Wollen Sie mit Ihrer Familie nach Österreich einwandern? Bitte beachten Sie Folgendes:

  • Wenn Sie eine Aufenthaltsbewilligung ICT beantragen, können Ihre Familienangehörigen eine sogenannte Aufenthaltsbewilligung Familiengemeinschaft erhalten. Ihre Familie kann den Antrag aber in der Regel erst stellen, wenn Ihr Antrag auf Aufenthaltsbewilligung ICT bereits eingereicht wurde und Ihr Antragsverfahren somit schon läuft.
  • Anders als Sie als Fachkraft muss Ihre Familie den Antrag persönlich bei der österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft/Konsulat) stellen. Ihr Arbeitgeber kann also nicht für Ihre Familie den Antrag in Österreich stellen. Die Anträge Ihrer Familie müssen unbedingt vollständig sein.
  • Familienmitglieder, die eine Aufenthaltsbewilligung Familiengemeinschaft haben, dürfen grundsätzlich selbstständig in Österreich arbeiten. Wenn Sie unselbstständig (also angestellt) in Österreich arbeiten möchten, müssen sie Ihrem Antrag auf Aufenthaltsbewilligung Familiengemeinschaft ein konkretes Jobangebot hinzufügen.

Sobald Sie oder Ihr Arbeitgeber Ihren Antrag eingereicht haben, prüfen diesen verschiedene Behörden. Die Aufenthaltsbehörde kontrolliert, ob Sie alle allgemeinen Voraussetzungen erfüllen – zum Beispiel, ob Ihr Pass lange genug gültig ist oder ob alle Ihre Dokumente die richtigen Verifizierungen haben. Das AMS (Arbeitsmarktservice) prüft die arbeitsrechtlichen Voraussetzungen. Die gesamte Prüfung dauert normalerweise mehrere Wochen, in denen Sie gegebenenfalls bestimmte Dokumente nachreichen können bzw. müssen. Im besten Fall wird nach diesem Prozedere Ihr Antrag bewilligt.


Alle weiteren Schritte hängen davon ab, ob Sie visafrei nach Österreich einreisen dürfen oder nicht. Hier (Link) können Sie das herausfinden.

  • Sie dürfen visafrei nach Österreich einreisen? Sobald Sie Ihre Bewilligung erhalten haben, können Sie nach Österreich kommen und bei der Aufenthaltsbehörde Ihre Fingerabdrücke abgeben. Außerdem müssen Sie Ihre persönlichen Dokumente (Pass, Geburtsurkunde, Strafregisterbescheinigung, etc.) im Original vorzeigen. Ihre Karte wird dann gedruckt. Sobald Sie sie bekommen, dürfen Sie anfangen zu arbeiten!
     
  • Sie dürfen nicht visafrei nach Österreich einreisen? Dann erhalten Sie nach der Bewilligung von der österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft/Konsulat) in dem Land, in dem Sie aktuell wohnen, eine Einladung. In dieser Einladung werden Sie dazu aufgefordert, innerhalb der nächsten drei Monate ein sogenanntes Visum D zu beantragen und innerhalb von sechs Monaten Ihre Aufenthaltsbewilligung ICT in Österreich abzuholen. Um dieses Visum D zu bekommen, brauchen Sie:
  • Antragsformular
  • Pass mit Kopie
  • Einladung der Vertretungsbehörde
  • Bewilligung der Aufenthaltsbehörde
  • Reisekrankenversicherung (mindestens € 30.000 Deckungssumme)  
  • Flugreservierung

In der Regel dauert es ca. zwei Wochen, bis Sie das Visum D in Ihren Pass gestempelt bekommen. Während dieser Bearbeitungszeit bleibt Ihr Pass bei der Botschaft. Sobald Sie das Visum D haben, können Sie nach Österreich kommen und bei der Aufenthaltsbehörde Ihre Fingerabdrücke abgeben. Außerdem müssen Sie Ihre persönlichen Dokumente im Original (Pass, Geburtsurkunde, Strafregisterbescheinigung, etc.) vorzeigen. Ihre Karte wird dann gedruckt. Sobald Sie sie bekommen, dürfen Sie anfangen zu arbeiten!

Alle weiteren Schritte hängen davon ab, ob Sie visafrei nach Österreich einreisen dürfen oder nicht. Hier (Link) können Sie das herausfinden.

  • Sie dürfen visafrei nach Österreich einreisen? Sobald Sie Ihre Bewilligung erhalten haben, können Sie nach Österreich kommen und bei der Aufenthaltsbehörde Ihre Fingerabdrücke abgeben. Außerdem müssen Sie Ihre persönlichen Dokumente (Pass, Geburtsurkunde, Strafregisterbescheinigung, etc.) im Original vorzeigen. Ihre Karte wird dann gedruckt. Sobald Sie sie bekommen, dürfen Sie anfangen zu arbeiten!
  • Sie dürfen nicht visafrei nach Österreich einreisen? Dann erhalten Sie nach der Bewilligung von der österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft/Konsulat) in dem Land, in dem Sie aktuell wohnen, eine Einladung. In dieser Einladung werden Sie dazu aufgefordert, innerhalb der nächsten drei Monate ein sogenanntes Visum D zu beantragen und innerhalb von sechs Monaten Ihre Aufenthaltsbewilligung ICT in Österreich abzuholen. Um dieses Visum D zu bekommen, brauchen Sie:
  • Antragsformular
  • Pass mit Kopie
  • Einladung der Vertretungsbehörde
  • Bewilligung der Aufenthaltsbehörde
  • Reisekrankenversicherung (mindestens € 30.000 Deckungssumme)  
  • Flugreservierung

In der Regel dauert es ca. zwei Wochen, bis Sie das Visum D in Ihren Pass gestempelt bekommen. Während dieser Bearbeitungszeit bleibt Ihr Pass bei der Botschaft. Sobald Sie das Visum D haben, können Sie nach Österreich kommen und bei der Aufenthaltsbehörde Ihre Fingerabdrücke abgeben. Außerdem müssen Sie Ihre persönlichen Dokumente im Original (Pass, Geburtsurkunde, Strafregisterbescheinigung, etc.) vorzeigen. Ihre Karte wird dann gedruckt. Sobald Sie sie bekommen, dürfen Sie anfangen zu arbeiten!


Achtung

Stellen Sie Ihren Verlängerungsantrag unbedingt in den drei Monaten, bevor Ihr aktueller Aufenthaltstitel abläuft!


Hier können Sie mehr über Verlängerungen herausfinden.

Entscheiden Sie und Ihr Arbeitgeber sich während Ihres Aufenthalts in Österreich dafür, dass Sie doch in Österreich angestellt werden sollen? Sie können in diesem Fall einen Zweckänderungsantrag auf eine Rot-Weiß-Rot – Karte oder eine Blaue Karte (Link) stellen. Ihre Familie kann Anträge auf sogenannte Rot-Weiß-Rot – Karten Plus (Link) stellen. Mit diesen Aufenthaltstiteln können Sie sich in Österreich niederlassen – anders als mit der Aufenthaltsbewilligung ICT und der Aufenthaltsbewilligung Familiengemeinschaft.


Achtung

Stellen Sie den Zweckänderungsantrag unbedingt rechtzeitig, bevor Ihre Aufenthaltsbewilligung ICT abläuft. Sobald Ihre Aufenthaltsbewilligung ICT abgelaufen ist und nicht mehr verlängert werden kann, müssen Sie Österreich und die EU bzw. den Schengen-Raum verlassen. Das gilt auch, wenn Sie grundsätzlich visafrei in den Schengen-Raum einreisen dürfen. Rechnen Sie beispielsweise bei einer Zweckänderung zu einer Rot-Weiß-Rot – Karte oder einer Blauen Karte mit mindestens drei Monaten.


Die Aufenthaltsbewilligung Mobile ICT ist dafür ideal. Sie können diesen Aufenthaltstitel aber nur bekommen, wenn Ihre Aufenthaltsbewilligung ICT aus dem anderen EU-Land noch gültig ist. Bitte beachten Sie außerdem, dass Sie sich als Führungskraft oder als Spezialistin/Spezialist insgesamt maximal drei Jahre, und als Trainee maximal ein Jahr in der EU bzw. im EWR mit Aufenthaltsbewilligungen ICT aufhalten dürfen.

Bitte stellen Sie Ihren Antrag auf Aufenthaltsbewilligung Mobile ICT spätestens 20 Tage bevor Ihre Arbeit in Österreich anfangen soll.

Ihre Familie kann ebenfalls mit Ihnen nach Österreich kommen und eine Aufenthaltsbewilligung Familiengemeinschaft beantragen.


Rechtsgrundlagen

§ 20f AuslBG, § 58 NAG, § 58a NAG