Als Künstler:in in Österreich arbeiten

Wann gelten Sie als Künstlerin oder Künstler?

Künstlerin oder Künstler sind Sie, wenn Sie eine Tätigkeit in einem Kunstzweig ausüben. Sie müssen dafür selbst schöpferisch (gestalterisch) tätig sein und diese Tätigkeit ausüben, aufgrund ihrer künstlerischen Befähigung ausüben. Eine künstlerische Befähigung haben Sie auf jeden Fall, wenn Sie ein künstlerisches Studium an einer Universität oder Fachhochschule absolviert haben.

 

Folgende Berufe gelten grundsätzlich als künstlerische Tätigkeit:

  • Kunstbildhauerinnen und Kunstbildhauer
  • Kunstmalerinnen und Kunstmaler
  • Kunstzeichnerinnen und Kunstzeichner
  • Konservatorinnen und Konservatoren
  • Restauratorinnen und Restauratoren
  • Bühnen- bzw. Filmausstatterinnen und Bühnen- bzw. Filmausstatter
  • Raumgestalterinnen und Raumgestalter
  • Modeschöpferinnen und Modeschöpfer
  • Intendantinnen und Intendanten
  • Regisseurinnen und Regisseure
  • Spielleiterinnen und Spielleiter
  • Schauspielerinnen und Schauspieler
  • Sprecherinnen und Sprecher
  • Sängerinnen und Sänger
  • Tänzerinnen und Tänzer
  • Artistinnen und Artisten
  • Musikerinnen und Musiker

Auch wenn Sie an einer Kunsthochschule oder z.B. an einem Konservatorium unterrichten, können Sie als Künstlerin/Künstler gelten. Sie können in diesem Fall außerdem unter bestimmten Umständen eine Aufenthaltsbewilligung oder Niederlassungsbewilligung „Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit“ beantragen.

Achtung

Wenn Sie als Kunsthandwerkerin/Kunsthandwerker nur die Entwürfe einer Künstlerin oder eines Künstlers handwerklich ausführen bzw. fertigen, nicht jedoch selbst die künstlerische Gestaltung bestimmen, gelten Sie nicht als Künstlerin/Künstler. Wenn sie ein Kunstgewerbe ausüben, in dem zur Ausführung der Arbeiten handwerkliche Fertigkeiten und Fähigkeiten notwendig sind, benötigen Sie in der Regel eine Gewerbeberechtigung.

Hinweis

Als Restauratorin/Restaurator können Sie als Künstlerin/Künstler gelten, wenn Sie das Werk wegen seiner starken Beschädigung ergänzen oder wiederherstellen und sie dafür künstlerische Fähigkeiten benötigen.  In diesem Fall liegt eine künstlerische Verrichtung vor. Wenn an einem Kunstwerk lediglich Reinigungs- oder Konservierungsarbeiten ausgeführt werden, liegt in der Regel lediglich eine gewerbliche Tätigkeit vor.

Formen der Erwerbstätigkeit ausländischer Künstlerinnen und Künstler in Österreich

Unselbstständige Künstler

Wenn Sie als unselbständige Künstlerin oder unselbstständiger Künstler tätig werden wollen, müssen Sie zusätzlich zu Ihrem Antrag auf Erteilung einer „Niederlassungsbewilligung – Künstler“ eine schriftliche Erklärung Ihres Arbeitgebers („Arbeitgebererklärung“) vorlegen. Ihr Arbeitgeber muss darin erklären, die im Antrag angegebenen Beschäftigungsbedingungen einzuhalten. Der Antrag kann von Ihrem Arbeitgeber bei der Aufenthaltsbehörde gestellt werden.


Selbstständige Künstler

Wenn Sie eine Niederlassungsbewilligung – Künstler als selbstständige Künstlerin oder selbstständiger Künstler beantragen, müssen Sie zusätzlich zu den allgemeinen Voraussetzungen die entsprechenden Verträge mit den Auftraggebern in Österreich (z.B. Galeristen, Theaterhäuser, Konzerthäuser etc.) vorlegen.


Mit diesen Verträgen weisen Sie nach, dass Sie von Ihrer künstlerischen Tätigkeit leben können. Eine Voraussetzung, damit Sie eine Niederlassungsbewilligung – Künstler erhalten können, ist nämlich, dass Sie aus Ihrer künstlerischen Tätigkeit einen gewissen wirtschaftlichen Erfolg erzielen. Eine Haftungserklärung oder andere nicht künstlerisch motivierte Einkommensarten (z.B. Mieteinnahmen) können das nicht ersetzen.  

Ihre künstlerische Tätigkeit muss also grundsätzlich folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie muss überwiegend durch Aufgaben der künstlerischen Gestaltung bestimmt sein.
  • Das aus dieser Tätigkeit erwirtschaftete Einkommen muss grundsätzlich geeignet sein, um Ihren Unterhalt zu decken. Besonders begründete, einzelfallbezogene Schwankungen im künstlerischen Schaffen und Verdienen können berücksichtigt werden (z.B., wenn Ausstellungen oder Vorstellungen durch COVID-19 bedingt abgesagt werden mussten).

Wenn Sie planen, eine unselbstständige Tätigkeit auszuüben, kann auch Ihr Arbeitgeber den Antrag auf Ihre Niederlassungsbewilligung - Künstler stellen. Das heißt, Sie haben folgende Optionen:

  • Option 1: Ihr Arbeitgeber stellt den Antrag für Sie bei der Aufenthaltsbehörde in Österreich. Das ist unabhängig von Ihrer Nationalität und dem Land, in dem Sie aktuell wohnen. Diese Option hat den Vorteil, dass Ihr Antrag gleich bei der Behörde gestellt wird, die den Antrag auch bearbeitet. Außerdem können Sie bei dieser Option bestimmte Dokumente per E-Mail nachreichen (beispielsweise Verifizierungen).
     
  • Option 2: Sie stellen den Antrag bei der österreichischenVertretungsbehörde (Botschaft/Konsulat) in der Regel in dem Land, in dem Sie aktuell wohnen. Wenn Sie diese Option wählen, muss Ihr Antrag vollständig sein; Sie können in der Regel keine Dokumente per E-Mail nachreichen. Da Ihr Antrag erst von der Vertretungsbehörde per Post nach Österreich geschickt wird, dauert das Einwanderungsverfahren bei dieser Option meistens länger als bei Option 1.
     
  • Option 3: Wenn Sie visafrei nach Österreich einreisen dürfen, können Sie Ihren Antrag persönlich bei der Aufenthaltsbehörde in Österreich stellen. Diese Option hat den Vorteil, dass Ihr Antrag gleich bei der Behörde gestellt wird, die den Antrag auch bearbeitet. Außerdem können Sie auch bei dieser Option bestimmte Dokumente per E-Mail nachreichen (beispielsweise Verifizierungen).

Achtung

Bitte achten Sie auf Ihre visafreien Tage! In der Regel haben Sie 90 (von 180) Tage Visafreiheit im Schengenraum. Wenn Sie diese Tage aufgebraucht haben, dürfen Sie den Antrag nicht mehr in Österreich stellen, weil Sie sich nicht mehr legal in Österreich/im Schengenraum aufhalten. Sie müssen in diesem Fall aus dem Schengenraum ausreisen und die Entscheidung der Behörde im Ausland abwarten.


Wenn Sie selbstständig als Künstlerin oder Künstler tätig werden wollen, müssen Sie den Antrag auf Ihre Niederlassungsbewilligung - Künstler persönlich stellen. Das heißt, Sie haben folgende Optionen:

  • Option 1: Sie stellen den Antrag bei der österreichischenVertretungsbehörde (Botschaft/Konsulat) in der Regel in dem Land, in dem Sie aktuell wohnen. Wenn Sie diese Option wählen, muss Ihr Antrag vollständig sein; Sie können in der Regel keine Dokumente per E-Mail nachreichen.
  • Option 2: Wenn Sie visafrei nach Österreich einreisen dürfen, können Sie Ihren Antrag persönlich bei der Aufenthaltsbehörde in Österreich stellen. Diese Option hat den Vorteil, dass Ihr Antrag gleich bei der Behörde gestellt wird, die den Antrag auch bearbeitet. Außerdem können Sie auch bei dieser Option bestimmte Dokumente per E-Mail nachreichen (beispielsweise Verifizierungen).

Achtung

Bevor Sie oder Ihr Arbeitgeber den Antrag stellen, müssen Sie entschieden haben, wo Sie in Österreich leben möchten. Das ist wichtig, weil es in Österreich nicht nur eine Niederlassung der Aufenthaltsbehörde gibt, sondern viele. Welche dieser Niederlassungen für Sie zuständig ist, hängt von Ihrem zukünftigen Wohnort in Österreich ab.

Nachdem Sie den Antrag gestellt haben, sollten Sie Ihren Wohnsitz bis zur Bewilligung des Antrags nicht ändern, weil sich durch einen Wohnortwechsel auch die zuständige Behörde ändert, was zu Komplikationen und Verzögerungen im Verfahren führen kann.

Hinweis

Sie müssen bei der Beantragung grundsätzlich Deutschkenntnisse (Link auf Seite Deutschkenntnisse) auf dem Niveau A1 nachweisen. Beachten Sie bitte:

  • Das Deutschzeugnis darf zum Zeitpunkt der Antragstellung in der Regel nicht älter als ein Jahr sein.
  • Es werden in der Regel nur Zertifikate des ÖIF, ÖSD, TELC und Goethe-Instituts anerkannt.

Keine Deutschkenntnisse nachweisen müssen Künstler und Künstlerinnen, die die Ausübung von folgenden künstlerischen Tätigkeiten anstreben:

  • das künstlerische Schaffen der Literatur, der darstellenden Kunst, der Musik, der bildenden Künste, der Fotografie, des Films und der Videokunst sowie neuer experimenteller oder die Grenzen der genannten Kunstsparten überschreitender Kunstformen;
  • die Veröffentlichung, Präsentation und Dokumentation von Werken;
  • die Erhaltung von Werkstücken und Dokumenten

Auch wenn Sie ein Studium an einer anerkannten Hochschule abgeschlossen haben, brauchen Sie keinen Deutschnachweis. Stattdessen legen Sie bei der Behörde Ihr Hochschul-Diplom mit Kopie vor. Manche Diplome benötigen eine sogenannte Verifizierung und/oder eine Übersetzung ins Englische oder Deutsche von einer gerichtlich beeideten Übersetzerin bzw. einem gerichtlich beeideten Übersetzer.

Während der Bearbeitung

Wenn die Behörden daran zweifeln, dass es sich bei der im Antrag angegebenen Tätigkeit um eine künstlerische Tätigkeit handelt, können sie weitere Nachweise dafür verlangen. 

à Wenn Sie ein international anerkannter Künstler oder eine international anerkannte Künstlerin sind und/oder Sie Verträge mit bekannten Theatern, Konzertlokalen, Galerien, etc. vorlegen können, dann muss die Behörde dies nicht noch weiter nachprüfen.

Die Prüfung endet im besten Fall damit, dass Ihr Antrag bewilligt wird.


Nach der Bewilligung

Sie dürfen visafrei nach Österreich einreisen? Sobald Ihr Antrag bewilligt wurde, können Sie nach Österreich kommen und bei der Aufenthaltsbehörde Ihre Fingerabdrücke abgeben. Außerdem müssen Sie Ihre persönlichen Dokumente (Pass, Geburtsurkunde, Strafregisterbescheinigung, etc.) im Original vorzeigen. Ihre Niederlassungsbewilligung Künstler (im Scheckkartenformat) wird dann gedruckt. Erst wenn Sie die Karte übernommen haben, dürfen Sie anfangen zu arbeiten!

 


Sie dürfen nicht visafrei nach Österreich einreisen? Dann erhalten Sie nach der Bewilligung von der österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft/Konsulat) in dem Land, in dem Sie aktuell wohnen, eine Einladung mit der Aufforderung, innerhalb der nächsten drei Monate ein sogenanntes Visum D zu beantragen und innerhalb von sechs Monaten Ihre Niederlassungsbewilligung Künstler in Österreich abzuholen. Um dieses Visum D zu bekommen, brauchen Sie:

  • Antragsformular
  • Gültigen Pass mit Kopie
  • Einladung der Vertretungsbehörde
  • Bewilligung der Aufenthaltsbehörde
  • Reisekrankenversicherung (mindestens € 30.000 Deckungssumme, gültig im gesamten Schengenraum)         
  • Flugreservierung

In der Regel dauert es ca. zwei Wochen, bis Sie das Visum D in Ihren Pass gestempelt bekommen. Während dieser Bearbeitungszeit bleibt Ihr Pass bei der österreichischen Vertretungsbehörde. Sobald Sie das Visum D haben, können Sie nach Österreich einreisen und Ihre Fingerabdrücke bei der Aufenthaltsbehörde abgeben. Außerdem müssen Sie Ihre persönlichen Dokumente (Pass, Geburtsurkunde, Strafregisterbescheinigung, etc.) vorzeigen. Ihre Niederlassungsbewilligung Künstler (im Scheckkartenformat) wird dann gedruckt. Erst wenn Sie die Karte übernommen haben, dürfen Sie anfangen zu arbeiten!


Gültigkeit, Verlängerung und Familienzusammenführung

Im Rahmen der zweiten Verlängerung (also nach zwei Jahren Aufenthalt in Österreich) kann die Niederlassungsbewilligung - Künstler für drei Jahre ausgestellt werden. Nach fünf Jahren Aufenthalt in Österreich können Sie einen Aufenthaltstitel „Daueraufenthalt EU“ erhalten (dritte Verlängerung).

In jedem Verlängerungsverfahren zur Erteilung einer „Niederlassungsbewilligung – Künstler“ prüfen die österreichischen Behörden, ob Sie weiterhin alle Voraussetzungen erfüllen.  

Ihre Familienangehörigen können eine Niederlassungsbewilligung (Link) bekommen. Das ist nur dann möglich, wenn sie alle Voraussetzungen erfüllen und Quotenplätze vorhanden sind.

 


Kurzfristige künstlerische Tätigkeit

Visumsfrei

Sie können für eine kurzfristige künstlerische Tätigkeit nach Österreich visafrei einreisen und Ihre Tätigkeit ausüben, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie haben aufgrund Ihrer Nationalität oder aufgrund Ihres legalen Aufenthalts in einem Schengen-Land generell Visafreiheit für die Einreise nach Österreich. (Link)
  • Sie sind unselbstständig (also in der Regel angestellt) tätig, und zwar als
    • Konzert- oder Bühnenkünstler/Konzert- oder Bühnenkünstlerin oder
    • Angehörige oder Angehöriger der Berufsgruppen Artisten/Artistinnen, Film-, Rundfunk- und Fernsehschaffende oder Musiker/Musikerinnen.
  • Sie sind innerhalb des visumsfreien Aufenthalts
    • einen Tag (beispielsweise für ein Konzert oder einen Auftritt) oder
    • bis zu vier Wochen im Rahmen einer künstlerischen Gesamtproduktion zur Sicherung eines Konzerts, einer Veranstaltung, einer Vorstellung, einer laufenden Filmproduktion, einer Rundfunk- oder Fernsehlivesendung tätig.

Hinweis

Eine künstlerische Gesamtproduktion ist eine Veranstaltung oder Produktion mit künstlerischen Inhalten, der ein organisatorisches Gesamtkonzept zu Grunde liegt (z.B. Konzert- bzw. Theatertournee, aktionistische Gesamtkunstwerke, Filmaufnahmen). Die Gesamtproduktion kann auch aus mehreren abgeschlossenen Einheiten bestehen (z.B. Konzert bzw. Theateraufführung). Von alle an der Gesamtproduktion mitwirkenden Ausländerinnen und Ausländern erfasst, auch wenn deren Tätigkeiten für sich betrachtet keine künstlerischen sind.

In diesem Fall muss die Beschäftigung vom Veranstalter bzw. Produzenten am Tag der Arbeitsaufnahme der zuständigen regionalen Geschäftsstelle des Arbeitsmarktservice (AMS) angezeigt werden. Sie selbst benötigen kein Visum.

Es gelten die allgemeinen Voraussetzungen für den visumsfreien Aufenthalt (bis zu 90 von 180 Tagen). Bitte gehen Sie also sicher, dass Sie für Ihren Aufenthalt genügend visafreie Tage übrig haben.


Visum C und Visum C für Erwerbszwecke

  • Sie möchten bis zu drei Monaten in Österreich sein.
  • Sie brauchen aufgrund Ihrer Nationalität generell ein Visum, um nach Österreich einzureisen. (Link)
  • Sie sind unselbstständig (also in der Regel angestellt) tätig, und zwar als
    • Konzert- oder Bühnenkünstlerin/Konzert- oder Bühnenkünstler oder
    • Angehörige oder Angehöriger der Berufsgruppen Artisten, Film-, Rundfunk- und Fernsehschaffende oder Musiker.
  • Sie sind innerhalb der vom Visum gedeckten Aufenthaltsdauer
    • einen Tag beispielsweise für ein Konzert oder einen Auftritt) oder
    • vier Wochen im Rahmen einer künstlerischen Gesamtproduktion zur Sicherung eines Konzerts, einer Veranstaltung, einer Vorstellung, einer laufenden Filmproduktion, einer Rundfunk- oder Fernsehlivesendung tätig.

Ein Visum C für Erwerbszwecke, eine Sicherungsbescheinigungund eine Beschäftigungsbewilligungbenötigen Sie, wenn Sie unselbstständig tätig sind und

    • nicht als Konzert- oder Bühnenkünstler oder Angehörige der Berufsgruppen Artisten, Film-, Rundfunk- und Fernsehschaffende oder Musiker tätig werden und/oder
    • länger als einen Tag bzw. vier Wochen im Rahmen einer künstlerischen Gesamtproduktion tätig sein wollen.

Ein Visum C für Erwerbszwecke benötigen Sie außerdem, wenn Sie selbstständig tätig sind.

Es gilt immer: Ein Visum C kann nur für maximal 90 Tage innerhalb von 180 Tagen erteilt werden.


Visum D und Visum D für Erwerbszwecke

  • Sie möchten drei bis sechs Monate in Österreich sein.
  • Sie sind unselbstständig tätig, und zwar als
    • Konzert- oder Bühnenkünstlerin oder
    • Angehörige/r der Berufsgruppen Artisten, Film-, Rundfunk- und Fernsehschaffende oder Musiker.
  • Sie sind innerhalb der vom Visum gedeckten Aufenthaltsdauer
    • einen Tag (beispielsweise für ein Konzert oder einen Auftritt) im Rahmen eines Konzerts oder
    • vier Wochen im Rahmen einer künstlerischen Gesamtproduktion zur Sicherung eines Konzerts, einer Veranstaltung, einer Vorstellung, einer laufenden Filmproduktion, einer Rundfunk- oder Fernsehlivesendung tätig.

Ein Visum D für Erwerbszwecke, eine Sicherungsbescheinigung.und eine Beschäftigungsbewilligung benötigen Sie, wenn Sie unselbstständig tätig sind und

    • nicht als Konzert- oder Bühnenkünstler oder Angehörige der Berufsgruppen Artisten, Film-, Rundfunk- und Fernsehschaffende oder Musiker tätig werden oder
    • länger als einen Tag bzw vier Wochen im Rahmen einer künstlerischen Gesamtproduktion tätig sein wollen.

Eine Visum D für Erwerbszwecke benötigen Sie, wenn Sie selbstständig tätig sind.

Mit einem Visum D können Sie bis zu 6 Monate in Österreich bleiben.


Sonderfall Entsendung

Eine Entsendung bedeutet, dass Unternehmen ohne einen Betriebssitz in Österreich ihre Arbeitskräfte zur Erfüllung eines Auftrags nach Österreich entsenden. Diese Arbeitsleistung beruht in der Regel auf einer vertraglichen Verpflichtung, insbesondere auf einem Werkvertrag.

Die Künstlerinnen und Künstler benötigen zusätzlich zur Entsende- bzw. Beschäftigungsbewilligung je nach geplanter Dauer des Aufenthalts ein Visum C oder Visum D sowie eventuell eine Sicherungsbescheinigung

Eine Ausnahme gibt es für Künstlerinnen und Künstler, die zu kulturellen Tätigkeiten im Rahmen eines zwischenstaatlichen Kulturabkommens oder eines Ensemblegastspiels, das nicht länger als eine Woche dauert, nach Österreich entsendet werden. Ein Ensemblegastspiel liegt beispielsweise vor, wenn eine ausländische Oper ein Gastspiel in einem österreichischen Opernhaus gibt.

In diesen Fällen brauchen Sie keine Entsendebewilligung und auch keine Beschäftigungsbewilligung. Der Veranstalter bzw. der Einrichtung, in der die Arbeitsleistungen erbracht werden muss eine Anzeige an das AMS übermitteln. Diese Anzeige muss spätestens am Tag der Arbeitsaufnahme erfolgen.

  • Die Anzeige muss folgende Informationen zu den entsendeten Künstlerinnen und Künstlern enthalten:
    • Namen
    • Geburtsdaten
    • Staatsangehörigkeit(en)
    • Art und Dauer ihrer Tätigkeit in Österreich
    • Dauer der Arbeitsleistungen des Projektes an sich (unabhängig davon, wie lange die Künstlerinnen und Künstler in Österreich sind)

Das gesamte damit verbundene entsandte Personal ist von der Anzeige des Veranstalters/der Veranstalterin erfasst.

Die Künstler und Künstlerinnen benötigen, wenn eine Ausnahme aufgrund einer kulturellen Tätigkeit im Rahmen eines zwischenstaatlichen Kulturabkommens oder eines Ensemblegastspiels (das nicht länger als eine Woche dauert) vorliegt:

  • kein Visum, wenn Sie aufgrund Ihrer Nationalität kein Visum brauchen, um nach Österreich einzureisen.
  • ein (reguläres) Visum C/D (ohne den Zusatz „Erwerb“), wenn Sie aufgrund Ihrer Staatsbürgerschaft der Visumspflicht unterliegen.

Beispiel

Ein Unternehmen kauft ein Kunstwerk einer japanischen Künstlerin und möchte dieses Kunstwerk in seinem österreichischen Unternehmenssitz installieren. Aus Gewährleistungsgründen wird vereinbart, dass das Kunstwerk von der Künstlerin und zwei japanischen Mitarbeitern selbst aufgestellt wird. Die Arbeiten dauern voraussichtlich eine Woche. Dafür braucht das Unternehmen Entsendebewilligungen. Voraussetzung für die Entsendebewilligung ist, dass das Entgelt, das die Künstlerin und die Mitarbeiter für die in Österreich geleistete Arbeit erhalten, dem österreichischen Arbeitsrecht entspricht. Nachdem das Unternehmen die drei Entsendebewilligungen beim AMS beantragt und erhalten hat, können die Künstlerin und die Mitarbeiter ein Visum C (Zweck: Erwerb) bei der Österreichischen Botschaft in Tokio beantragen.

Für Entsendungen im Zusammenhang mit kurzfristigen Arbeitsleistungen (geschäftliche Besprechungen, Besuche von Messeveranstaltungen und Kongressen, etc.) sind keine Beschäftigungsbewilligung oder Entsendebewilligung erforderlich. Sie brauchen

  • kein Visum, wenn Sie aufgrund Ihrer Nationalität kein Visum brauchen, um nach Österreich einzureisen.
  • ein (reguläres) Visum C/D (ohne den Zusatz „Erwerb“), wenn Sie aufgrund Ihrer Staatsbürgerschaft der Visumspflicht unterliegen.

Mehrfachvisum

Dafür müssen Sie neben der Notwendigkeit, aus beruflichen Gründen häufig und/oder regelmäßig zu reisen, insbesondere Ihre „Integrität und Zuverlässigkeit“ nachweisen. Dieser Nachweis erfolgt insbesondere dadurch, dass Sie früher erteilte Visa vorschriftsgemäß verwendet haben. Ebenso geprüft wird Ihre wirtschaftliche Situation im Herkunftsstaat und Ihre Absicht, den Schengenraum vor Ablauf des beantragten Visums auch wirklich zu verlassen.

Die Grundlage für die Erteilung solcher „Mehrjahresvisa“ findet sich im Visakodex.