Informationen zur Ausländerbeschäftigung

Unternehmen in Österreich, die nicht-Österreicherinnen/nicht-Österreicher beschäftigen möchten, müssen die Regeln der Ausländerbeschäftigung beachten. Das österreichische Ausländerbeschäftigungsgesetz (kurz: AuslBG) enthält diese Regeln gemeinsam mit dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz (kurz: NAG). Insbesondere dann, wenn internationale Fachkräfte angestellt werden sollen, sind diese Gesetze für Unternehmen in Österreich wichtig. Sogenannte Drittstaatsangehörige benötigen zumindest eine Arbeitsbewilligung, um angestellt zu werden. Wenn diese länger als sechs Monate in Österreich sind, brauchen sie einen Aufenthaltstitel.

Grundsätzlich sind zwei staatliche Stellen in die Ausländerbeschäftigung involviert: Das Arbeitsmarktservice (kurz: AMS) ist für den arbeitsrechtlichen Teil zuständig, während die sogenannte Aufenthaltsbehörde für den aufenthaltsrechtlichen Teil zuständig ist.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Ausländerbeschäftigung oder einen konkreten Fall, in dem Sie Unterstützung brauchen? Die ABA Servicestelle Einwanderung und Aufenthalt ist Ihre staatlich beauftragte Ansprechpartnerin und berät Sie und Ihre internationalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Belangen kostenfrei! Kontaktieren Sie uns gerne jederzeit.

Arten der Ausländerbeschäftigung

  1. Ist Ihre Fachkraft EU/EWR- oder Schweizer Bürgerin/Bürger? Sie können diese Person ohne Weiteres anstellen, da für sie die Personenfreizügigkeit gilt. Ihre Fachkraft selbst muss zwar eine sogenannte Anmeldebescheinigung (Link) beantragen bzw. haben – das müssen Sie als Arbeitgeber aber nicht überprüfen.

 


Hinweis

Ist Ihre Fachkraft selbst nicht EU/EWR/Schweizer Bürgerin oder Bürgerin (und damit drittstaatsangehörig), aber mit einer solchen Person verheiratet bzw. in eingetragener Partnerschaft, die auch nach Österreich einwandert oder bereits in Österreich lebt? Dann gilt die Personenfreizügigkeit auch für Ihre Fachkraft. Es wird dann kein Aufenthaltstitel benötigt, sondern die sogenannte Aufenthaltskarte (Link). Sie können Ihre Fachkraft aber auch schon anstellen, bevor sie die Aufenthaltskarte erhalten hat.


2. Ist Ihre Fachkraft drittstaatsangehörig, also weder Österreicherin/Österreicher noch EU/EWR/Schweizer Bürgerin oder Bürger? Dann braucht Ihre Fachkraft einen Aufenthaltstitel, um sich länger als sechs Monate in Österreich aufzuhalten. Die meisten Aufenthaltstitel sind gleichzeitig auch die Arbeitserlaubnis für Ihre Fachkraft. Die folgende Abbildung zeigt Ihnen auf einen Blick, was auf Ihre Fachkraft zutrifft.


Wenn Ihre drittstaatsangehörige Fachkraft zum ersten Mal nach Österreich einwandert und langfristig in Österreich leben möchte, sind vor allem die verschiedenen Rot-Weiß-Rot – Karten und die Blaue Karte (Link) relevant. 

Wollen Sie eine Forscherin oder einen Forscher anstellen? Finden Sie hier mehr dazu heraus (Link).

Wenn Sie eine Künstlerin oder einen Künstler anstellen möchten, können Sie hier mehr über alle Details erfahren (Link).

Wenn Sie eine Studentin oder einen Studenten bis zu 20 Stunden pro Woche beschäftigen wollen, können Sie dies mit einer Beschäftigungsbewilligung tun. Auch eine Beschäftigung über 20 Wochenstunden ist grundsätzlich möglich – das AMS kann dann aber ein sogenanntes Ersatzkraftverfahren durchführen. Das bedeutet, dass das AMS den österreichischen Arbeitsmarkt auf alternative Kandidatinnen und Kandidaten überprüft.

Wollen Sie mehr darüber wissen, ob Ihre Fachkraft mit ihrer Familie nach Österreich einwandern kann? Hier können Sie mehr über die Einwanderung mit Familie herausfinden (Link).

Planen Sie, Ihre Fachkraft im Rahmen eines betriebsinternen Transfers nur zeitlich begrenzt in Österreich anzustellen? Hier können Sie mehr über die Aufenthaltsbewilligung ICT (Intra-Corporate Transfer) herausfinden (Link).

Ihre Fachkraft muss ihren Aufenthaltstitel verlängern? Hier können Sie mehr über die Verlängerung von Aufenthaltstiteln erfahren (Link).

Hier finden Sie außerdem einen Überblick über alle zeitlich begrenzten und kurzfristigen Aufenthaltstitel, die Österreich bietet (Link).

Nutzen Sie gerne auch unseren Aufenthaltstitel-Check, um herauszufinden, welcher Aufenthaltstitel am besten zu Ihnen und Ihrer Fachkraft passt (Link).


Pflichten des Arbeitgebers

Das bedeutet, dass Sie

  • den Anfang und das Ende der Beschäftigung der internationalen Fachkraft innerhalb von drei Tagen (sofern diese keinen Daueraufenthalt EU hat) beim AMS melden und
  • alle Bewilligungen, Bestätigungen und Aufenthaltstitel (in Kopie) im Betrieb zur Einsichtnahme im Fall einer Kontrolle bereithalten sollen.

Wenn Sie dieser Melde- oder Bereithaltungspflicht nicht nachkommen, kann Ihnen eine Verwaltungsstrafe drohen.

Für die Verlängerung des Aufenthaltstitels braucht Ihre Fachkraft unter anderem Lohnzettel und Lohnkonten, die Sie ihr zur Verfügung stellen sollten.


Achtung

Sie dürfen eine drittstaatsangehörige Fachkraft in der Regel nur beschäftigen, wenn diese eine Beschäftigungsbewilligung hat oder einen Aufenthaltstitel, mit dem sie arbeiten darf. Andernfalls machen Sie sich der illegalen Ausländerbeschäftigung schuldig, die hohe Strafen mit sich bringen kann – sowohl für die Fachkraft als auch für Sie als Arbeitgeber.  


Ausnahmeregelung

  • Besondere Regelungen gelten außerdem für Fachkräfte, die britische Staatsangehörige sind. Diese unterscheiden sich je nachdem, wie lange sich die britische Fachkraft schon in Österreich befindet:
  • Sie haben die britische Fachkraft schon vor dem 31.12.2020 beschäftigt und möchten diese auch weiterhin beschäftigen? 
  • Die Fachkraft hat jedenfalls weiterhin ein Aufenthaltsrecht und kann – wie bisher als EU-Bürgerin bzw. EU-Bürger – in Ihrem Unternehmen arbeiten. Die britische Fachkraft muss bis zum 31.12.2021 den Aufenthaltstitel „Artikel 50 EUV“ beantragen. Damit ist sie weiterhin berechtigt, in Ihrem Unternehmen zu arbeiten. Wenn der Aufenthaltstitel bis zum 31.12.2021 beantragt wurde, aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht von der Behörde fertig bearbeitet worden ist, ist die britische Fachkraft weiterhin berechtigt, in Österreich zu wohnen und zu arbeiten.
  • Sie haben die britische Fachkraft bisher noch nicht beschäftigt, sie ist jedoch vor dem 31.12.2020 mit der Absicht eingereist, dauerhaft in Österreich zu leben und zu arbeiten? 
  • Die britische Fachkraft muss bis zum 31.12.2021 den Aufenthaltstitel „Artikel 50 EUV“ beantragen. Damit ist sie berechtigt, in Ihrem Unternehmen zu arbeiten. Wenn der Aufenthaltstitel bis zum Fristende am 31.12.2021 beantragt wurde, aber zu diesem Zeitpunkt noch von der Behörde bearbeitet wird, ist die britische Fachkraft weiterhin berechtigt, in Österreich zu wohnen und zu arbeiten.
  • Sie haben die britische Fachkraft bisher noch nicht beschäftigt und sie hat vor dem 31.12.2020 noch nicht in Österreich gelebt und gearbeitet?
  • Die britische Fachkraft gilt als drittstaatsangehörig und benötigt einen Aufenthaltstitel. Wenn Ihre drittstaatsangehörige Fachkraft zum ersten Mal nach Österreich einwandert und langfristig in Österreich leben möchte, sind vor allem die verschiedenen Rot-Weiß-Rot – Karten und die Blaue Karte (Link) relevant.

Rechtsgrundlagen

AuslBG NAG