Die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus

Die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus ist ein Aufenthaltstitel für Drittstaatsangehörige, der auf den langfristigen Aufenthalt von Fachkräften und ihren Familien in Österreich abzielt. Unter anderem bietet die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt. Man kann also sowohl angestellt als auch selbstständig arbeiten und ist nicht an einen Arbeitgeber gebunden. Die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus ist für verschiedene Zielgruppen relevant. Je nach Zielgruppe ist sie ein Jahr, zwei Jahre oder drei Jahre lang gültig.

Die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus für Familienangehörige von Fachkräften

  • Rot-Weiß-Rot – Karte
  • Blauen Karte
  • Niederlassungsbewilligung Forscher
  • Rot-Weiß-Rot – Karte Plus, wenn sie davor eine Rot-Weiß-Rot – Karte, eine Blaue Karte oder eine Niederlassungsbewilligung Forscher hatten
  • Daueraufenthalt EU, wenn sie davor eine Rot-Weiß-Rot – Karte, eine Blaue Karte oder eine Niederlassungsbewilligung Forscher hatten
  • Rot-Weiß-Rot – Karte

Familienangehörige sind nur minderjährige Kinder und Ehefrauen/Ehemänner bzw. eingetragene Partnerinnen/eingetragene Partner. Kinder über 18 Jahre können in der Regel keinen Aufenthaltstitel über ihre Eltern mehr bekommen. Sie müssen stattdessen einen eigenen Aufenthaltszweck in Österreich haben – zum Beispiel, wenn sie studieren bzw. arbeiten.


Familienangehörige können entweder gemeinsam mit der Fachkraft einwandern oder später nach Österreich kommen. Es muss aber in der Regel immer zuerst die Fachkraft ihren Antrag auf eine Rot-Weiß-Rot – Karte, Blaue Karte oder Niederlassungsbewilligung Forscher gestellt bzw. bewilligt bekommen haben, bevor Familienangehörige ihre Anträge auf die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus stellen können.

Wenn solche Familienangehörige zum ersten Mal eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus beantragen, gilt diese Karte in der Regel ein Jahr lang. Es gibt allerdings eine Ausnahme: Familienangehörige von einer Fachkraft mit einer Blauen Karte bekommen Rot-Weiß-Rot – Karten Plus, die genauso lange gültig sind wie die Blaue Karte der Fachkraft.


Hinweis

Wenn Sie mit Ihrer Familie nach Österreich einwandern und eine Blaue Karte beantragen, ist Ihre Blaue Karte im Idealfall zwei Jahre lang gültig. Dafür müssen sowohl Ihr Pass als auch Ihr Jobangebot/Arbeitsvertrag mindestens zwei Jahre lang gültig sein. Die Rot-Weiß-Rot – Karten Plus Ihrer Familienangehörigen sind auch zwei Jahre lang gültig, wenn alle Pässe mindestens zwei Jahre lang gültig sind.


  •  Antragsformular (Link zu Formular und Ausfüllhilfe)
  •  Reisepass
  • Passfoto nach EU-Kriterien (nicht älter als 6 Monate)
  • Persönliche Dokumente:
    • Geburtsurkunde
    • Strafregisterbescheinigung für alle Familienangehörigen, die 14 oder älter sind
    • Heiratsurkunde für Ehefrauen/Ehemänner bzw. Urkunde der eingetragenen Partnerschaft für eingetragene Partnerinnen/eingetragene Partner
    • Deutsch-Zertifikat A1 für alle Familienangehörigen, die 14 oder älter sind

Wenn die Fachkraft in der Familie einen der folgenden Aufenthaltstitel hat, müssen Familienangehörige für die erste Rot-Weiß-Rot – Karte Plus kein Deutsch-Zertifikat vorlegen: 

  • Rot-Weiß-Rot – Karte für Besonders Hochqualifizierte
  •  Blaue Karte
  • Niederlassungsbewilligung Forscher
  • Rot-Weiß-Rot – Karte Plus, wenn sie davor eine Rot-Weiß-Rot – Karte für Besonders Hochqualifizierte, eine Blaue Karte oder eine Niederlassungsbewilligung Forscher hatten
  • Daueraufenthalt EU, wenn sie in der Vergangenheit eine Rot-Weiß-Rot – Karte für Besonders Hochqualifizierte, eine Blaue Karte oder eine Niederlassungsbewilligung Forscher hatten

Wer ein Studium an einer anerkannten Hochschule abgeschlossen hat, braucht auch kein Deutsch-Zertifikat. Stattdessen wird bei der Behörde das Hochschul-Diplom vorgelegt. Je nach Ausstellungsland kann es sein, dass Verifizierungen nötig sind. Es ist egal, welches Studium in welcher Sprache abgeschlossen wurde; es zählt nur, dass die Hochschule anerkannt ist und dass die Verleihungsurkunde des Diploms auf Deutsch oder Englisch beglaubigt übersetzt ist. 

Das Deutsch-Zertifikat darf in der Regel nicht älter als ein Jahr sein, wenn es eingereicht wird.

Es werden in der Regel nur Zertifikate des ÖIF, ÖSD, TELC und Goethe-Instituts anerkannt.

Nachweis der langfristigen Unterkunft in Österreich

Normalerweise werden Mietverträge vorgelegt.

Wenn die Wohnung bzw. das Haus nicht gemietet wird, sondern gekauft wird bzw. wurde, muss ein aktueller Grundbuchauszug vorgelegt werden.

Kurzfristige Apartment- oder Hotelreservierungen werden in der Regel nicht anerkannt.

Es muss genug Wohnraum für alle Familienangehörigen bereitstehen. Eine Wohnung mit einem Zimmer auf 30 m2 wird für eine vierköpfige Familie zum Beispiel nicht ausreichend sein. 

Wenn Sie zu jemandem ziehen, die/der bereits in Österreich wohnt, reicht der Mietvertrag/Grundbuchauszug dieser Person gemeinsam mit der Wohnrechtsvereinbarung (Link) aus. Auch hier muss beachtet werden, dass nicht zu viele Menschen auf zu wenig Raum leben werden.

Nachweis der Krankenversicherung in Österreich

Wenn die Fachkraft in der Familie über ihren Arbeitgeber bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) versichert ist, kann die Familie mitversichert werden. In der Regel reicht es deshalb aus, dass man auf diese Versicherung verweist.

Es ist empfehlenswert, für die Übergangszeit (die Zeit, in der die Fachkraft zwar schon in Österreich ist, aber noch nicht angefangen hat zu arbeiten) bzw. für die Reise nach Österreich eine Reisekrankenversicherung abzuschließen. Drittstaatsangehörige, die ein Visum D für die Einreise brauchen, müssen in der Regel eine solche Versicherung vorlegen, wenn sie ihr Visum D beantragen. 

Gebühren: 160 Euro


Hier können Sie nachschauen, welche Strafregisterbescheinigungen Sie besorgen müssen (Link). 

  • Persönliche Dokumente müssen eine spezielle Verifizierung haben, damit sie anerkannt werden. Das hängt davon ab, in welchem Land die Dokumente ausgestellt wurden. Hier können Sie nachschauen, welche Art von Verifizierung nötig ist. (Link). 
  • Wenn Ihre persönlichen Dokumente nicht auf Deutsch oder Englisch sind, müssen sie in der Regel von einer gerichtlich beeideten Übersetzerin oder einem gerichtlich beeideten Übersetzer übersetzt werden. 
  • Es kann sein, dass Sie mehr als 160 Euro Gebühr zahlen müssen, wenn Sie zusätzliche persönliche Dokumente vorzeigen müssen oder ein Visum D benötigen.  
     

Sie dürfen visafrei nach Österreich einreisen? Sobald Sie alle Ihre Dokumente gesammelt haben, können Sie nach Österreich kommen und Ihren Antrag auf die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus bei der Aufenthaltsbehörde stellen. Der Antrag wird dann von der Aufenthaltsbehörde einige Wochen lang bearbeitet und bewilligt. Ihre Karte wird dann gedruckt. Sobald Sie sie bekommen, dürfen Sie anfangen zu arbeiten.


Achtung

 

Bitte achten Sie auf Ihre visafreien Tage. In der Regel dürfen Sie maximal 90 von 180 Tagen im Schengenraum sein. Wenn Sie Ihre Rot-Weiß-Rot – Karte Plus in diesen 90 Tagen nicht bekommen, müssen Sie den Schengenraum verlassen und in Ihrem Wohnland ein Visum D beantragen.


Achtung

Sie können Ihren Antrag in der Regel erst stellen, wenn die Fachkraft in der Familie ihren Aufenthaltstitel schon hat bzw. zumindest eine teilweise Bewilligung bekommen hat. Es ist also in der Regel nicht sinnvoll, dass die gesamte Familie nach Österreich einwandert und gemeinsam alle Anträge stellt.

 


Sie dürfen nicht visafrei nach Österreich einreisen? Dann müssen Sie Ihren vollständigen Antrag auf die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus bei der österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft/Konsulat) in Ihrem aktuellen Wohnland einreichen. Ihr Antrag wird dann von der Behörde nach Österreich geschickt, wo er bearbeitet und bewilligt wird. Nach der Bewilligung erhalten Sie von der österreichischen Vertretungsbehörde in Ihrem Wohnland eine Einladung. In dieser Einladung werden Sie dazu aufgefordert, innerhalb der nächsten drei Monate ein sogenanntes Visum D zu beantragen und innerhalb von sechs Monaten Ihre Rot-Weiß-Rot – Karte Plus in Österreich abzuholen. Um dieses Visum D zu bekommen, brauchen Sie:

  • Antragsformular (Link)
  • Pass mit Kopie
  • Einladung der Vertretungsbehörde
  • Bewilligung der Aufenthaltsbehörde
  • Reisekrankenversicherung (mindestens € 30.000 Deckungssumme)  
  • Flugreservierung
  • Ca. 150 €

 

In der Regel dauert es ca. zwei Wochen, bis Sie das Visum D in Ihren Pass gestempelt bekommen. Während dieser Bearbeitungszeit bleibt Ihr Pass bei der Vertretungsbehörde. Sobald Sie das Visum D haben, können Sie nach Österreich kommen und bei der Aufenthaltsbehörde Ihre Fingerabdrücke abgeben. Außerdem müssen Sie Ihre persönlichen Dokumente (Pass, Geburtsurkunde, Strafregisterbescheinigung, etc.) vorzeigen. Ihre Rot-Weiß-Rot – Karte Plus wird erst dann gedruckt. Sobald Sie sie bekommen, dürfen Sie anfangen zu arbeiten, wenn Sie das möchten.

 


Achtung

Sie können Ihren Antrag in der Regel erst stellen, wenn die Fachkraft in der Familie ihren Aufenthaltstitel schon hat bzw. zumindest eine teilweise Bewilligung bekommen hat. Es ist also in der Regel nicht sinnvoll, dass Sie schon einen Termin bei der österreichischen Vertretungsbehörde ausmachen, wenn die Fachkraft in Ihrer Familie ihren Antrag noch nicht gestellt hat.


Sie haben eine Rot-Weiß-Rot – Karte, eine Blaue Karte oder eine Niederlassungsbewilligung Forscher und bekommen ein Kind in Österreich? Sie können für Ihr Kind eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus beantragen, sobald Sie die Geburtsurkunde haben. Erfahren Sie hier mehr über Aufenthaltstitel für Neugeborene (Link).


Die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus als Verlängerung von Aufenthaltstiteln

  • Rot-Weiß-Rot – Karte (Ausnahme: Rot-Weiß-Rot – Karte für Selbstständige Schlüsselkräfte)
  • Blaue Karte

Personen, die seit zwei Jahren eine Niederlassungsbewilligung Forscher haben, können ebenfalls eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus bekommen.

Außerdem können Familienangehörige dieser Fachkräfte Ihre Rot-Weiß-Rot – Karten Plus nach einem Jahr und erneut nach zwei Jahren verlängern.

Für Verlängerungen von Aufenthaltstiteln gilt allgemein:

  • Sie müssen Ihren Antrag auf die (verlängerte) Rot-Weiß-Rot – Karte Plus bei der zuständigen Aufenthaltsbehörde stellen. Diese ist davon abhängig, wo Sie wohnen. Hier (Link) können Sie herausfinden, welche Aufenthaltsbehörde das in Ihrem Fall ist.

Hinweis

Wenn Sie in Wien wohnen, ist die Verlängerungs-Behörde in der Regel nicht genau die gleiche Behörde wie die Aufenthaltsbehörde, die Sie schon von Ihrer Einwanderung kennen. Die Behörde, die für Sie zuständig ist, ist abhängig davon, in welchem Wiener Bezirk Sie wohnen.


  • Sie müssen den Antrag in den drei Monaten vor dem Ablauf Ihres aktuellen Aufenthaltstitels stellen.
  • Kinder unter 6 Jahren müssen nicht zur Behörde mitkommen. Eine gesetzliche Vertreterin / ein gesetzlicher Vertreter (in der Regel die Mutter oder der Vater) können den Antrag für ihr Kind stellen.
  • Wenn Sie einen Verlängerungsantrag gestellt haben, aber der Antrag noch bearbeitet wird und Sie Ihren neuen Aufenthaltstitel noch nicht bekommen haben, können Sie weiter in Österreich wohnen und arbeiten. Wenn Ihr aktueller Aufenthaltstitel schon abgelaufen ist und Sie noch auf den neuen warten, aber dringend verreisen müssen, können Sie bei der Aufenthaltsbehörde eine sogenannte Notvignette beantragen. Dafür brauchen Sie einen Nachweis, warum Sie dringend Österreich verlassen müssen (z.B. Einladung von Geschäftspartnern, Sterbeurkunde bei Todesfällen, etc.) und ein Reiseticket. Die Notvignette ist drei Monate gültig und wird als Schengen-Visum in Ihren Pass gedruckt.

Diese Dokumente brauchen Sie, um eine verlängerte Rot-Weiß-Rot – Karte Plus zu bekommen.

  • Antragsformular (Link zu Formular und Ausfüllhilfe) – bitte „Verlängerung“ ankreuzen
  • Reisepass
  • Passfoto nach EU-Kriterien (nicht älter als 6 Monate)
  • Deutsch-Zertifikat (in der Regel nicht älter als ein Jahr):

Sie müssen ein Deutsch-Zertifikat A1 bei der Verlängerung vorlegen, wenn Sie als Familienangehörige einer Fachkraft eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus haben, die ein Jahr lang gültig ist und für die Sie bei Ihrer ersten Einwanderung kein Deutsch-Zertifikat vorlegen mussten. Die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus, die Sie beantragen, wird wieder ein Jahr lang

Als Deutsch-Zertifikate A1 werden in der Regel nur Zertifikate des ÖIF, ÖSD, TELC und Goethe-Instituts anerkannt.

Sie müssen das Integrationszertifikat A2 bei der Verlängerung vorlegen, wenn Sie

  • bisher eine Blaue Karte oder eine Niederlassungsbewilligung – Forscher hatten und nach zwei Jahren eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus beantragen, die dann drei Jahre lang gültig sein wird.
  • bisher eine Rot-Weiß-Karte Plus hatten und nach zwei Jahren eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus beantragen, die dann drei Jahre lang gültig sein wird.

Ein reines Deutsch-Zertifikat A2 reicht für diese Fälle nicht aus. Eine Integrationsprüfung hat nämlich sowohl einen Deutsch-Teil als auch einen Integrationsteil. Es ist also wichtig, dass Sie die Integrationsprüfung A2 absolvieren. Sie können sich direkt beim ÖIF über Deutsch-Kurse, Lern-Unterlagen, häufige Fragen und Prüfungen informieren (https://sprachportal.integrationsfonds.at/).

Sie müssen jedenfalls KEIN Deutsch A2- oder Integrations-Zertifikat A2 bei der Verlängerung vorlegen, wenn Sie

  • bisher eine Rot-Weiß-Rot – Karte oder eine Niederlassungsbewilligung Forscher hatten und nach zwei Jahren eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus beantragen, die dann drei Jahre lang gültig sein wird.
  • ein Studium an einer anerkannten Hochschule im Ausland abgeschlossen haben. Statt einem Integrations-Zertifikat wird bei der Aufenthaltsbehörde das Hochschul-Diplom vorgelegt. Je nach Ausstellungsland kann es sein, dass Verifizierungen nötig sind (Link Bildungsministerium: https://www.aais.at/Home/DocumentLegalizationOfForeignDocuments). Es ist egal, welches Studium in welcher Sprache abgeschlossen wurde; das einzig Wichtige ist, dass die Hochschule anerkannt ist und dass die Verleihungsurkunde des Diploms auf Deutsch oder Englisch beglaubigt übersetzt ist.
  • schon ein Integrations-Zertifikat A2 oder B1 bei der Beantragung von vorherigen Aufenthaltstiteln vorgelegt haben.
  • schon ein Integrations-Zertifikat B1 haben.
  • in Österreich ein Studium absolviert haben.
  • in Österreich die Matura gemacht haben bzw. die österreichische allgemeine Universitätsreife haben.
  • den Antrag auf eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus für ein Kind stellen, das unter 14 Jahre alt ist.
  • den Antrag auf eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus für ein Kind stellen, das 14 Jahre oder älter ist, aber in Österreich eine Schule besucht und eine positive Deutsch-Note im letzten Schulzeugnis hat.

Nachweis der Unterkunft in Österreich (Mietvertrag, letzte drei Mietzahlungen, etc.)

Nachweis der Krankenversicherung in Österreich (e-card-Kopie, etc.)

Nachweis des gesicherten Lebensunterhalts (letzte drei Lohnzettel, etc.)

Gebühren: 160 Euro

Sie hatten zwei Jahre lang eine Rot-Weiß-Rot – Karte, eine Blaue Karte oder eine Niederlassungsbewilligung Forscher und beantragen jetzt zum ersten Mal eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus?

Bitte beachten Sie, dass Sie zusätzlich sogenannte Lohnkonten für mindestens die letzten 21 Monate Arbeit einreichen müssen. Diese Dokumente kann Ihnen nur Ihr Arbeitgeber geben.


Achtung

Wenn Sie nicht 21 Monate lang beschäftigt waren (zum Beispiel, weil Sie Ihren Arbeitgeber durch eine Zweckänderung gewechselt haben), sollten Sie nicht die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus beantragen. Es ist stattdessen zielführend, erneut den Aufenthaltstitel zu beantragen, den Sie aktuell haben. Erst, wenn Sie die 21 vollen Monate Beschäftigung erreicht haben, ist es sinnvoll, die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus zu beantragen.


Sie stellen einen Antrag auf die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus für ein Kind, das in Österreich lebt? Bitte beachten Sie, dass Sie zusätzlich das letzte Schulzeugnis einreichen müssen, wenn das Kind schon zur Schule geht. Außerdem müssen Sie dann auch eine sogenannte Schulbesuchsbestätigung vorlegen, die Ihnen die Schule geben kann. Bei allen Anträgen für Kinder müssen Sie außerdem die Bestätigung vorlegen, dass Sie Familienbeihilfe bekommen. Diese Bestätigung können Sie über Finanz Online herunterladen oder beim BMF (Bundesministerium für Finanzen) anfragen.

Bitte beachten Sie:

  • Es kann sein, dass Sie mehr als 160 Euro Gebühr zahlen müssen, wenn Sie zusätzliche persönliche Dokumente vorzeigen müssen. 
  • Ihre Rot-Weiß-Rot – Karte Plus ist nur so lange gültig wie Ihr Pass. Wenn Sie also eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus für drei Jahre beantragen wollen, muss auch Ihr Pass mindestens drei Jahre lang gültig sein.
  • Viele Aufenthaltsbehörden verlangen einen sogenannten KSV-Auszug bei Verlängerungen von Aufenthaltstiteln. Der KSV-Auszug ist ein offizielles Dokument, das zeigt, ob Sie in Österreich Kredite haben. Wenn Sie verheiratet sind, müssen Sie immer Ihren eigenen KSV-Auszug und den Ihrer Partnerin bzw. Ihres Partners vorlegen. Den KSV-Auszug für Behörden können Sie ganz einfach online bestellen (https://digitalerantrag.ksv.at/Dip/?product=infopass-fuer-behoerden&lang=en)

Die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus – zusätzliche Zielgruppen

  • Familienangehörige von Drittstaatsangehörigen mit einem gültigen Daueraufenthalt EU, wenn es noch Quotenplätze gibt
  • Familienangehörige von Drittstaatsangehörigen mit einer gültigen Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit, wenn diese Niederlassungsbewilligung auf bestimmten definierten Tätigkeiten beruht (§ 1 Abs 2 lit i AuslBG)
  • Familienangehörige von Drittstaatsangehörigen, die aufgrund des Brexit einen Aufenthaltstitel Artikel 50 EUV haben (Link Brexit)
  • Drittstaatsangehörige, die einen Daueraufenthalt EU hatten und zu lange außerhalb der EU bzw. außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums waren und/oder in der Zwischenzeit einen Daueraufenthalt EU in einem anderen EU-Land bekommen haben

Verlängerung

  • Wenn Sie ein Jahr in Österreich leben und bisher eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus hatten, können Sie danach wieder einen Verlängerungsantrag auf eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus stellen, die dann wieder ein Jahr lang gültig ist.
  • Wenn Sie zwei Jahre lang in Österreich leben und bisher eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus hatten, können Sie danach wieder einen Verlängerungsantrag auf eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus stellen, die dann drei Jahre lang gültig ist.
  • Wenn Sie schon fünf Jahre lang in Österreich leben und in diesen fünf Jahren zum Beispiel eine Rot-Weiß-Rot – Karte, eine Blaue Karte, eine Niederlassungsbewilligung Forscher und/oder Rot-Weiß-Rot – Karte Plus hatten, können Sie den sogenannten Daueraufenthalt EU (Link) beantragen. Dafür brauchen Sie unter anderem ein Zertifikat der ÖIF-Integrationsprüfung B1.

Folgende Verlängerungswege können für Sie also zum Beispiel relevant sein:

  1. Sie wandern mit Ihrer Familie nach Österreich ein. Sie beantragen eine Blaue Karte; Ihre Familie beantragt Rot-Weiß-Rot – Karten Plus. Kein Familienmitglied benötigt ein Deutsch-Zertifikat. Alle Karten sind zwei Jahre lang gültig. Nach diesen zwei Jahren beantragen Sie und Ihre Familie Rot-Weiß-Rot – Karten Plus, die dann drei Jahre lang gültig sind. Sie und Ihre Familie müssen dafür ein Zertifikat der Integrationsprüfung A2 oder einen Ersatz vorlegen. Nach den erneuten drei Jahren sind Sie und Ihre Familie bereits fünf Jahre lang ununterbrochen in Österreich. Sie beantragen alle den Daueraufenthalt EU. Sie und Ihre Familie müssen dafür ein Zertifikat der Integrationsprüfung B1 vorlegen.
     
  2. Sie wandern alleine nach Österreich ein. Sie beantragen eine Rot-Weiß-Rot – Karte für Fachkräfte in Mangelberufen, die zwei Jahre lang gültig ist. Nach diesen zwei Jahren beantragen Sie eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus, die dann drei Jahre lang gültig ist. Nach diesen drei Jahren sind Sie bereits fünf Jahre lang ununterbrochen in Österreich. Sie beantragen den Daueraufenthalt EU. Erst jetzt müssen Sie ein Deutsch-Zertifikat vorlegen, nämlich ein Zertifikat der Integrationsprüfung B1.
     
  3. Sie wandern mit Ihrer Familie nach Österreich ein. Sie beantragen eine Rot-Weiß-Rot – Karte für Sonstige Schlüsselkräfte, die zwei Jahre lang gültig ist. Ihre Familie beantragt Rot-Weiß-Rot – Karten Plus. Ihre Familienangehörigen über 14 benötigen ein Deutsch-Zertifikat A1 oder einen Ersatz. Die ersten Rot-Weiß-Rot – Karten Plus Ihrer Familie sind ein Jahr lang gültig. Nach diesem Jahr beantragt Ihre Familie wieder Rot-Weiß-Rot – Karten Plus, die erneut ein Jahr lang gültig sind. Nach diesen zwei Jahren beantragen Sie und Ihre Familie Rot-Weiß-Rot – Karten Plus, die dann drei Jahre lang gültig sind. Nur Ihre Familie muss dafür ein Zertifikat der Integrationsprüfung A2 oder einen Ersatz vorlegen. Nach den erneuten drei Jahren sind Sie und Ihre Familie bereits fünf Jahre lang ununterbrochen in Österreich. Sie beantragen alle den Daueraufenthalt EU. Sie und Ihre Familie müssen dafür ein Zertifikat der Integrationsprüfung B1 vorlegen.
     
  4. Sie wandern mit Ihrer Familie nach Österreich ein. Sie beantragen eine Niederlassungsbewilligung Forscher, die zwei Jahre lang gültig ist. Ihre Familie beantragt Rot-Weiß-Rot – Karten Plus. Kein Familienmitglied benötigt ein Deutsch-Zertifikat. Die ersten Rot-Weiß-Rot – Karten Plus Ihrer Familie sind ein Jahr lang gültig. Nach diesem Jahr beantragt Ihre Familie wieder Rot-Weiß-Rot – Karten Plus, die erneut ein Jahr lang gültig sind. Ihre Familienangehörigen über 14 benötigen dafür ein Deutsch-Zertifikat A1 oder einen Ersatz. Nach diesen zwei Jahren beantragen Sie und Ihre Familie Rot-Weiß-Rot – Karten Plus, die dann drei Jahre lang gültig sind. Sie und Ihre Familie müssen dafür ein Zertifikat der Integrationsprüfung A2 oder einen Ersatz vorlegen. Nach den erneuten drei Jahren sind Sie und Ihre Familie bereits fünf Jahre lang ununterbrochen in Österreich. Sie beantragen alle den Daueraufenthalt EU. Sie und Ihre Familie müssen dafür ein Zertifikat der Integrationsprüfung B1 vorlegen.

Rechtsgrundlagen

§§ 41a, 46, 56 Abs 3 Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz