Niederlassungsbewilligung

Mit dem Aufenthaltstitel „Niederlassungsbewilligung“ dürfen sich Drittstaatsangehörige befristet in Österreich aufhalten und ausschließlich selbstständig erwerbstätig sein, d.h. sie dürfen nicht als Angestellte arbeiten.

Sie erhalten eine Niederlassungsbewilligung z.B. wenn Sie

  • Lebenspartnerin oder Lebenspartner (Freundin oder Freund in einer dauerhaften Beziehung, aber nicht verheiratet bzw. in eingetragener Partnerschaft) einer EU-Bürgerin/einem EU-Bürger, einer EWR-Bürgerin/einem EWR-Bürger oder einer Schweizerin/einem Schweizer sind.
  • Ihre Rot-Weiß-Rot – Karte für Selbstständige nach zwei Jahren verlängern
  • Ihre Rot-Weiß-Rot – Karte für Start-Up-GründerInnen nach zwei Jahren verlängern wollen und eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus nicht für Sie in Frage kommt.

Sie wandern nach Österreich ein und beantragen zum ersten Mal eine Niederlassungsbewilligung? Dann benötigen Sie in jedem Fall folgende Unterlagen:

  • Nachweis über Ihren gesicherten Lebensunterhalt
  • Nachweis einer anerkannten Krankenversicherung
  • Deutschkenntnisse auf dem Niveau A1

Je nachdem, in welcher Situation Sie eine Niederlassungsbewilligung beantragen, müssen Sie unterschiedliche Dokumente vorlegen bzw. Voraussetzungen erfüllen.

Niederlassungsbewilligung für unverheiratete oder nicht eingetragene Lebenspartnerinnen und Lebenspartner von EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern

Diese Dokumente brauchen Sie, um eine Niederlassungsbewilligung als Lebenspartnerin oder Lebenspartner zu bekommen:

  • Antragsformular (Link zu Formular und Ausfüllhilfe)
  • Pass
  • Passfoto nach EU-Kriterien (nicht älter als 6 Monate)
  • Persönliche Dokumente:
    • Geburtsurkunde
    • Strafregisterbescheinigung
  • Nachweise Ihrer Lebenspartnerin/Ihres Lebenspartners:
    • Nachweis, dass Sie in einer dauerhaften Beziehung sind (z.B. Mietvertrag, der beweist, dass sie bereits im Ausland gemeinsam gelebt haben, Nachweis gemeinsamer Reisen, Kommunikationsnachweise, etc.)
    • Haftungserklärung
    • Anmeldebescheinigung
  • Nachweis der ausreichenden Existenzmittel (Lohnzettel, Kontoauszüge, etc.)
  • Nachweis der Krankenversicherung in Österreich
  • Deutsch-Zeugnis auf dem Niveau A1 (nicht älter als ein Jahr)
    • Wer ein Studium an einer anerkannten Hochschule abgeschlossen hat, braucht kein Deutsch-Zertifikat. Stattdessen wird bei der Behörde das Hochschul-Diplom vorgelegt. Je nach Ausstellungsland kann es sein, dass Verifizierungen nötig sind (Link Bildungsministerium: https://www.aais.at/Home/DocumentLegalizationOfForeignDocuments). Es ist egal, welches Studium in welcher Sprache abgeschlossen wurde; das einzig Wichtige ist, dass die Hochschule anerkannt ist und dass die Verleihungsurkunde des Diploms auf Deutsch oder Englisch beglaubigt übersetzt ist. Dieses Diplom gilt sowohl als Ersatz für ein Deutsch-Zertifikat A1 als auch für das Integrations-Zertifikat A2.
    • Hinweis: Haben Sie in Österreich maturiert oder ein Studium abgeschlossen? Auch dann müssen Sie kein Deutsch-Zertifikat vorlegen.
    • Achtung: Es werden in der Regel nur Zertifikate des ÖIF, ÖSD, TELC und Goethe-Instituts anerkannt.
  • Kosten: 160 Euro

Bitte beachten Sie:

  • Je nachdem, in welchem Land Sie leben, müssen Sie eine oder mehrere Strafregisterbescheinigungen vorzeigen. Hier können Sie nachschauen, welche Strafregisterbescheinigungen Sie besorgen müssen (Link).
  • Persönliche Dokumente müssen eine spezielle Verifizierung haben, damit sie anerkannt werden. Das hängt davon ab, in welchem Land die Dokumente ausgestellt wurden. Hier können Sie nachschauen, welche Art von Verifizierung nötig ist. (Link).
  • Wenn Ihre Dokumente nicht auf Deutsch oder Englisch sind, müssen sie in der Regel von einer gerichtlich beeideten Übersetzerin oder einem gerichtlich beeideten Übersetzer übersetzt werden.
  • Es kann sein, dass Sie mehr als 160 Euro Gebühr zahlen müssen, wenn Sie zusätzliche persönliche Dokumente vorzeigen müssen oder ein Visum D benötigen.  

Hinweis

Für Lebenspartnerinnen/Lebenspartner von Österreicherinnen und Österreichern gilt all dies ebenfalls, wenn die Österreicherin/der Österreicher ihr/sein unionsrechtliches Aufenthaltsrecht in Anspruch genommen hat, also nachweislich länger als drei Monate in einem anderen EU/EWR-Land gelebt haben. Die Österreicherin/der Österreicher muss dann keine Anmeldebescheinigung vorlegen, sondern Nachweise für die Inanspruchnahme des unionsrechtlichen Aufenthaltsrechts.


Achtung

Wenn die Österreicherin/der Österreicher ihr/sein unionsrechtliches Aufenthaltsrecht nicht in Anspruch genommen hat, dann können drittstaatsangehörige Lebenspartnerinnen/Lebenspartner eine Niederlassungsbewilligung Angehöriger beantragen.


Hinweis

In einer Haftungserklärung erklärt eine Person, dass sie für die Person, die einen Aufenthaltstitel beantragt, für die Erfordernisse einer Unterkunft und Unterhaltsmittel aufkommt und für Ersatz der Kosten haftet, die dem österreichischen Staat durch den Aufenthalt der Person entstehen. Die Haftungserklärung muss von einer Notarin/einem Notar in Österreich oder einem österreichischen Gericht beglaubigt werden und muss mindestens fünf Jahre gültig sein.


Für die Beantragung Ihrer Niederlassungsbewilligung ist es wichtig, ob Sie visafrei nach Österreich einreisen dürfen oder nicht. Das können Sie hier (Link) herausfinden.

  • Sie dürfen visafrei nach Österreich einreisen? Sobald Sie alle Ihre Dokumente gesammelt haben, können Sie nach Österreich kommen und bei der Aufenthaltsbehörde Ihren Antrag auf die Niederlassungsbewilligung einreichen. Der Antrag wird dann von der Aufenthaltsbehörde einige Wochen lang bearbeitet und bewilligt. Ihre Karte wird dann gedruckt. Sobald Sie sie bekommen, dürfen Sie anfangen selbstständig zu arbeiten, wenn Sie wollen. Sie dürfen nicht als Angestellte oder Angestellter arbeiten.
    • Achtung: Bitte achten Sie auf Ihre visafreien Tage. In der Regel dürfen Sie maximal 90 von 180 Tagen im Schengenraum sein. Wenn Sie Ihre Niederlassungsbewilligung in diesen 90 Tagen nicht bekommen, müssen Sie den Schengenraum verlassen und in Ihrem Wohnland ein Visum D beantragen. Generell ist es ratsam, die Bewilligung eines Antrags im Heimatland abzuwarten.
  • Sie dürfen nicht visafrei nach Österreich einreisen? Dann können Sie Ihren vollständigen Antrag auf die Niederlassungsbewilligung bei der österreichischen Vertretungsbehörde (Botschaft/Konsulat) in Ihrem aktuellen Wohnland einreichen. Ihr Antrag wird dann von der Behörde nach Österreich geschickt, wo er bearbeitet und bewilligt wird. Nach der Bewilligung erhalten Sie von der österreichischen Vertretungsbehörde in Ihrem Wohnland eine Einladung. In dieser Einladung werden Sie dazu aufgefordert, innerhalb der nächsten drei Monate ein sogenanntes Visum D zu beantragen und innerhalb von sechs Monaten Ihre Niederlassungsbewilligung in Österreich abzuholen. Um dieses Visum D zu bekommen, brauchen Sie:
  • Antragsformular (Link)
  • Pass mit Kopie
  • Einladung der Vertretungsbehörde
  • Bewilligung der Aufenthaltsbehörde
  • Reisekrankenversicherung (mindestens € 30.000 Deckungssumme)  
  • Flugreservierung

In der Regel dauert es ca. zwei Wochen, bis Sie das Visum D in Ihren Pass gestempelt bekommen. Während dieser Bearbeitungszeit bleibt Ihr Pass bei der Vertretungsbehörde. Sobald Sie das Visum D haben, können Sie nach Österreich kommen und bei der Aufenthaltsbehörde Ihre Fingerabdrücke abgeben. Außerdem müssen Sie Ihre persönlichen Dokumente im Original (Pass, Geburtsurkunde, Strafregisterbescheinigung, etc.) vorzeigen. Ihre Niederlassungsbewilligung wird erst dann gedruckt. Sobald Sie diese bekommen haben, dürfen Sie im Rahmen einer selbständigen Tätigkeit anfangen zu arbeiten, wenn Sie das möchten.


Gültigkeit, Verlängerung und Familie

Hinweis

Wenn Sie unselbstständig (angestellt) arbeiten wollen, können Sie nach zwei Jahren mit der Niederlassungsbewilligung unter bestimmten Voraussetzungen auch auf die Rot-Weiß-Rot – Karte Plus umsteigen. In diesem Fall muss das AMS bestätigen, dass die Zulassung zu einer Beschäftigung im Hinblick auf Ihre besondere soziale und familiäre Verankerung in Österreich geboten ist. Sie müssen in diesem Fall mit einem mehrere Monate langen, komplexen Prozess rechnen, bis Sie Ihren Aufenthaltstitel bekommen. Das ist nur sinnvoll, wenn Sie unselbstständig, also als Angestellte oder Angestellter, arbeiten wollen, denn das dürfen sie mit der Niederlassungsbewilligung nicht. Es ist aber nicht notwendig, auf eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus umzusteigen, wenn Sie weiterhin selbstständig oder gar nicht arbeiten wollen.


Drittstaatsangehörige gemeinsame Kinder (bis 21 Jahre) einer EU-Bürgerin oder eines EU-Bürgers und einer Lebenspartnerin oder eines Lebenspartners mit Niederlassungsbewilligung können auf Grund ihres Verwandtschaftsverhältnisses mit einer EU-Bürgerin oder einem EU-Bürger in der Regel eine Aufenthaltskarte bekommen.

Wenn kein Verwandtschaftsverhältnis Ihres Kindes mit einer EU-Bürgerin oder einem EU-Bürger besteht, dann kann Ihr Kind eine Niederlassungsbewilligung bekommen. Dafür braucht es einen Quotenplatz.


Niederlassungsbewilligung als Verlängerung einer Rot-Weiß-Rot – Karte für Selbstständige

Eine unselbstständige Erwerbstätigkeit dürfen Sie aber weiterhin noch nicht ausüben. Sie können aber bei der darauffolgenden Verlängerung nach insgesamt fünf Jahren in Österreich den Daueraufenthalt EU (Link) erhalten, wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen. Der Daueraufenthalt EU gewährt Ihnen freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt und Sie können dann auch eine unselbständige Tätigkeit als Angestellter oder Angestellte ausüben.

Auch Personen, die eine Rot-Weiß-Rot – Karte für Start-Up-GründerInnen besitzen, können nach zwei Jahren eine Niederlassungsbewilligung bekommen, wenn Sie die Voraussetzungen für eine Rot-Weiß-Rot – Karte Plus nicht erfüllen.

Diese Dokumente brauchen Sie jedenfalls, um eine verlängerte Niederlassungsbewilligung zu bekommen:

  • Antragsformular (Link zu Formular und Ausfüllhilfe) – bitte „Verlängerung“ ankreuzen
  • Reisepass
  • Passfoto nach EU-Kriterien (nicht älter als 6 Monate)
  • Nachweis der Unterkunft in Österreich (Mietvertrag, letzte drei Mietzahlungen, etc.)
  • Nachweis der Krankenversicherung in Österreich (e-card-Kopie, etc.)
  • Nachweis des gesicherten Lebensunterhalts (Einkommensnachweise, etc.)
  • Weitere Dokumente im Zusammenhang mit Ihrem Unternehmen
  • Gebühren: 160 Euro

Auch Familienangehörige (Ehemann/Ehefrau, eingetragene Partnerin/eingetragener Partner, minderjährige Kinder) von Drittstaatsangehörigen, die eine

  • Niederlassungsbewilligung
  • Niederlassungsbewilligung – Künstler oder
  • Niederlassungsbewilligung – Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit oder
  • Niederlassungsbewilligung – Angehöriger

haben, können eine Niederlassungsbewilligung bekommen. Dafür brauchen sie aber einen Quotenplatz.


Rechtsgrundlagen

§ 43 Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz