Auf einen Kaffee mit...Erwin Kruschitz

ABA Redaktion
Erwin Kruschitz sitzt im Vorstand der Firma anapur AG die im Bereich Technik-Management Dienstleistungen tätig ist.
Im Unternehmen sind Fachkräfte aus Indien und Osteuropa im Einsatz, die vor allem in der Qualitätssicherung, IT Security, Risikoanalyse, Wartung und Instandhaltung und im Bereich Engineering arbeiten.

Wie viele internationale MitarbeiterInnen arbeiten in Ihrem Unternehmen?

Kommt drauf an, was wir unter international verstehen wollen. Wenn wir die Unternehmensheimat in Deutschland ansiedeln würde, dann hätten wir ca. 75% nichtdeutsche Mitarbeiter. Die Frage zielt vermutlich auf außereuropäische Mitarbeiter ab. Da stehen wir momentan bei 10%. Der erste Mitarbeiter den Firma anapur vor 20 Jahren eingestellt hat, stammt aus Indien.

In welchen Bereichen sind diese tätig?

Diese Mitarbeiter arbeiten in der Pharmaindustrie, Biotechnologie und Chemieindustrie und sind ausgebildet als Maschinenbauer und Elektrotechniker. Sie helfen dabei, die Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen sicher und effizient zu machen. Ein Thema, das der Öffentlichkeit seit Covid19 stärker ins Bewusstsein geraten ist.

Welche Vorteile ergeben sich durch die Diversität in Ihrem Unternehmen? Gibt es auch Nachteile?

Diversität ist zunächst natürlich anstrengend, weil Hürden übersprungen werden und Unbekanntes gelernt werden muss. Es gibt aber auch einen „Return on Investment“: Zwei verschiedene Perspektiven auf das gleiche Thema zu haben ist wie auf zwei Beinen zu stehen. Es ist sicherer und stabiler. Und das ist für unsere Arbeit wichtig.

Müssen die ausländischen Fachkräfte Deutsch sprechen?

Vielfach ist es – rein beruflich gesehen- nicht notwendig. Wenn man in deutschsprachigen Ländern lebt, sollte man Deutsch sprechen können. Das Leben besteht ja nicht nur aus Arbeit.

Welche Kenntnisse außerhalb der fachlichen Kompetenz bringen die Mitarbeiter aus dem Ausland?

Ich glaube es geht gar nicht so um Kenntnisse. Allein die Bereitschaft, die Motivation seine Komfortzone im Heimatland zu verlassen und seinen Horizont erweitern zu wollen, lässt eine Einstellung einen Drive erkennen.

Wie sind Sie zu den Fachkräften aus dem Ausland gekommen?

Die haben sich auf Inserate von anapur beworben. Wir haben nicht speziell danach gesucht. Insbesondere vor 20 Jahren haben wir sehr viele Bewerbungen aus Indien erhalten. Ich führe das auf unseren Unternehmensnamen zurück. Anapur leitet sich aus dem Sanskrit ab. Vielleicht hat das viele inspiriert. Und natürlich auch die damalige Greencard – Regelung in Deutschland.

Wie haben Sie von den Services von ABA – Work in Austria erfahren?

Wir sind schon länger mit ABA in Kontakt und erhalten den Newsletter.

Wie konnte Sie ABA – Work in Austria bei der Suche und Rekrutierung einer geeigneten Fachkraft unterstützen?

ABA hat uns bei der Beantragung einer RotWeißRot – Card für einen neuen Mitarbeiter geholfen. Zunächst hat man uns erklärt, wie der Prozess abläuft. Das kann man zwar auch über die Websites der Behörden erfahren. Aber die in der Praxis wichtigen Dinge wie z.B. wie lange dauert es in der Regel oder „am Freitagvormittag ist auf dem XY-Amt das Telefon nicht besetzt“ oder auch einmal der direkte Kontakt zu Personen auf Behörden. Das hat uns sehr geholfen.

Wie lange haben Sie bereits nach einem/einer passenden MitarbeiterIn gesucht?

Wir suchen permanent nach geeigneten Mitarbeitern. Der Prozess dauert 4-6 Monate.

In welchen Bereichen haben Sie die größten Probleme geeignete MitarbeiterInnen zu finden?

Wir suchen nach Leuten, die Interesse an IT haben und ein technik-lastiges Studium absolviert haben wie z.B. Maschinenbau, Elektrotechnik, Biotechnologie. Die sollen dann in der Pharmazeutischen Industrie helfen, die Prozesse sicher zu machen. Am schwierigsten ist es IT-Security Personal zu finden.

Wie unterstützen Sie Fachkräfte, die aus dem Ausland kommen bei Ihrem Start in Ihrem Unternehmen in Österreich?

Die Unterstützung bei Behördenwegen ist die wichtigste Hürde, bei der wir helfen können. Aber es gibt immer wieder kleinere Fragen wie z.B. bei welcher Bank soll ich ein Konto eröffnen.

Warum sollten Fachkräfte gerade in Ihrem Unternehmen arbeiten?

Wir sind ein kleines Unternehmen mit einem schönen „Spirit“. Allerdings arbeiten wir für große – häufig internationale- Firmen und sind immer mit neuer Hochtechnologie befasst. Da bleibt man beruflich „am Ball“ und hat nette Kollegen.

Welche strukturellen Änderungen würde es Ihnen erleichtern die passenden Arbeitskräfte für Ihr Unternehmen zu finden?

Das Hauptproblem liegt in unserem Fall eher darin, dass es insgesamt wenige Personen gibt, die das notwendige Profil mitbringen. Über mögliche strukturelle Änderungen müsste ich noch ein bisschen nachdenken.

Welche Erfahrungen haben Sie bereits mit der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte gemacht?

Da gibt es solche und solche. Genau wie bei Inländern.

Hat Covid-19 etwas an Ihrem Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften geändert?

Da hat sich glücklicherweise nichts geändert bei uns!

Wie trinken Sie Ihren Kaffee?

Schwarz. Und in letzter Zeit trinke ich immer mehr unseren Annapurna-Tee.

ABA Redaktion
Blog-Redaktions-Team

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